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    Predigt von Erzbischof Becker: Die Tränen aller Dinge

    Der Hinweis in der zweiten Überschriftszeile „Selbstprüfung … vor dem Empfang der Eucharistie“ verlockt zum Lesen, scheint er doch alt gewordene Katholiken an ein wichtiges Detail des ehemals genossenen Kommunionunterrichts – „würdiger/unwürdiger Empfang“ der Kommunion/Eucharistie – erinnern zu wollen (DT vom 24. September). Weit gefehlt, Erzbischof Becker will „...leben in Ewigkeit“ als zwingende Perspektive für Katholiken aufzeigen. Ist es kaum möglich, diese für den Verstand stringent zu beweisen, so ist auch die eher auf Überzeugung oder Glauben zielende Argumentation recht vage, ungesichert besonders in dem Hinweis auf eine bei „den Römern“ gültige Einsicht „Tränen aller Dinge“.

    Der Hinweis in der zweiten Überschriftszeile „Selbstprüfung … vor dem Empfang der Eucharistie“ verlockt zum Lesen, scheint er doch alt gewordene Katholiken an ein wichtiges Detail des ehemals genossenen Kommunionunterrichts – „würdiger/unwürdiger Empfang“ der Kommunion/Eucharistie – erinnern zu wollen (DT vom 24. September). Weit gefehlt, Erzbischof Becker will „...leben in Ewigkeit“ als zwingende Perspektive für Katholiken aufzeigen. Ist es kaum möglich, diese für den Verstand stringent zu beweisen, so ist auch die eher auf Überzeugung oder Glauben zielende Argumentation recht vage, ungesichert besonders in dem Hinweis auf eine bei „den Römern“ gültige Einsicht „Tränen aller Dinge“.

    Von dem antiken Zitat, das hier wohl verwendet ist, weicht der Erzbischof in dem wichtigen Punkt ab, dass dort „aller“ fehlt, es also keinen Hinweis etwa auf eine Überzeugung „aller [Menschen]“ gibt. Vergil beschreibt zu Beginn seiner Äneis die Tränen der Trauer der heldenhaften Troianer, die auf ihrer Flucht aus dem zerstörten Troia in Karthago landen und dort in der ganzen Stadt Bildnisse ihrer im Kampf gefallenen Kameraden betrachten. Vergil beschreibt die Empfindungen der hartgesottenen Kämpfer mit dem kurzen berühmten Satz „sunt lacrimae rerum“ – „Tränen der Trauer über das Geschehen“. Es ist also kein geeignetes römisch-antikes Zitat zum Beweis einer alle Menschen umfassenden Sehnsucht nach Weiterleben nach dem Tod.

    Dr. Heinz Piesik, 53229 Bonn