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    Papst setzt bei Liturgie neue Akzente – „Die schleichende Reform der Reform“: Der Kirche keinen Dienst erwiesen

    Der Papst, Marini und Guido Horst legen großen Wert auf „die richtige Ausrichtung der liturgischen Feier – nämlich die nach Osten“ („Die schleichende Reform der Reform“, DT vom 5. Juli). Das habe der Papst am Fest der Taufe des Herrn zeigen wollen, als er in der Sixtinischen Kapelle „am traditionellen Altar“ die heilige Messe „gemeinsam dem Herrn entgegen“ zelebriert habe.

    Der Papst, Marini und Guido Horst legen großen Wert auf „die richtige Ausrichtung der liturgischen Feier – nämlich die nach Osten“ („Die schleichende Reform der Reform“, DT vom 5. Juli). Das habe der Papst am Fest der Taufe des Herrn zeigen wollen, als er in der Sixtinischen Kapelle „am traditionellen Altar“ die heilige Messe „gemeinsam dem Herrn entgegen“ zelebriert habe.

    Dazu ist ganz einfach festzustellen: Wenn der Papst am traditionellen Altar der Sixtinischen Kapelle zelebriert, dann wahrt er hier gerade nicht „die richtige Ausrichtung nach Osten“. Denn der Altar steht an der Westwand und die Zelebration geschieht damit auch nach Westen. Die „richtige Ausrichtung nach Osten“ müsste also zum Volk hin geschehen. Aber das sei ja auch nicht „die richtige Ausrichtung“. Was also tun? Ähnlich ist es mit der „richtigen Ausrichtung nach Osten“ in der Peterskirche selber. Da betet und zelebriert der Papst zwar nach Osten. Aber wenn er das tut, muss er gleichzeitig „zum Volk hin“ beten und zelebrieren.

    Merken denn die traditionalistischen Kreise nicht, was das für ein Unsinn ist, sich auf die „richtige Ausrichtung nach Osten“ zu berufen. Das Gebet „nach Osten“, „zur aufgehenden Sonne hin“ ist eine schöne und althergebrachte Symbolik, aber mehr nicht. In der heiligen Messe ist Christus gegenwärtig nicht in der aufgehenden Sonne, sondern in den Gestalten von Brot und Wein: Auf dem Altar. Diesem gegenwärtigen Herrn geht man gemeinsam entgegen und um ihn ist man gemeinsam versammelt.

    Im Übrigen zeigt auch die Anzeige „Pro Missa Tridentina“, mit welcher Hartnäckigkeit diese Kreise das Motu proprio in ihrem Sinne auslegen. Die „außerordentliche“ Form der Messe soll möglichst regulär und flächendeckend und für alle Gläubigen „ordentlich“ werden. Man will möglichst seine eigene Kirche in der Kirche haben. Dass das noch nicht genügend der Fall ist, daran sei hauptsächlich der „Widerstand der deutschen Bischöfe und die Furcht traditionsoffener Diözesanpriester vor Nachteilen“ schuld. Was viele Priester und Laien von Anfang an befürchtet haben, wird immer deutlicher: Papst Benedikt XVI. hat mit dem Motu proprio der Kirche keinen guten Dienst erwiesen.

    Johann Keppeler, Pfr. , 86574 Petersdorf