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    Papst lädt zu interreligiösem Friedenstreffen nach Assisi: Misstrauen und Angst überwinden: Gemeinsames Zeugnis der Gottgläubigen

    Vielen Dank für Ihre Berichterstattung zu dem im Oktober geplanten neuerlichen „Friedenstreffen“ der Konfessionen und Religionen in Assisi.

    Vielen Dank für Ihre Berichterstattung zu dem im Oktober geplanten neuerlichen „Friedenstreffen“ der Konfessionen und Religionen in Assisi.

    Ich habe den nunmehr seligen Papst Johannes Paul II. immer dafür bewundert, dass er den Mut hatte, so etwas zu initiieren. Und ich bewundere auch Papst Benedikt XVI. dafür, dass er den Mut hat, diese Tradition fortzuführen. Denn dies ist in der katholischen Kirche sicherlich nicht unumstritten. Es gibt katholische Gruppen, welche es nahezu als „Verrat“ ansehen, dass sich die Leitung der Kirche mit Beteiligung des Papstes dazu bereit erklärt, Vertreter anderer Konfessionen und Religionen zu so einem „Weltfriedensgebet“ einzuladen, wo dann alle am selben Ort für den Frieden bitten, wenn auch jeder „in der ihm eigenen Weise“. Wobei ich dies als sehr wichtig und als äußerst „friedensstiftend“ ansehe. Denn viele Konflikte sowohl im privaten als auch im politischen Bereich gingen und gehen darauf zurück, dass man den anderen Menschen beziehungsweise die andere Konfession oder Religion zu wenig kennt, dass man sich misstraut und sogar Angst voreinander hat. Aber wenn man bereit ist, sich sozusagen an den gleichen Tisch zu setzen, miteinander zu reden oder sogar zu beten, dann ist dies ein guter Weg, um Konflikte und Spannungen abzubauen – und es ist der erste Schritt zum Frieden.

    In der kommenden Woche möchte ich mit einer 8. Klasse ein paar Kirchen besuchen, um dort auch gemeinsam zu beten und zu singen. Auch zwei muslimische Schüler dieser Klasse möchten daran teilnehmen. Als ich sie gefragt habe, ob sie beziehungsweise ihre Eltern dies überhaupt verantworten können, als Muslime an so einer ausschließlich kirchlichen und christlichen Veranstaltung teilzunehmen, meinte einer von den beiden, Deutschland sei schließlich ein christlich geprägtes Land und da sei es auch für Muslime wichtig, die christliche Kultur und Religion näher kennenzulernen. Ich finde, dies ist die richtige Einstellung.

    Ich hätte nicht unbedingt damit gerechnet, dass Benedikt XVI. das interreligiöse Friedensgebet von Assisi fortsetzen werde. Es hatte damals ja auch Kritik gegeben. Wenn man aber das Interview-Buch von Peter Seewald liest, wird ersichtlich, wie sehr dieser Papst fürchtet, der Gottesglaube könne verschwinden. Was verheerende Folgen hätte. Deshalb ist es für mich nur logisch, dass der Papst mit diesem Treffen die Gottgläubigen zum gemeinsamen Zeugnis sammelt.

    Dr. Joachim Gerum, 63739 Aschaffenburg

    Elisabeth Ammeling,

    55543 Bad Kreuznach