Nebenverdienste: Der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten, Peer Steinbrück, steht in der Kritik : Schwerer Schaden: Den Ruf wird er nicht mehr los

Da kann sich Peer Steinbrück drehen und wenden wie er will, den Ruf des „Millionen-Kandidaten“ kriegt er nicht mehr los. Hätte die SPD von seinen Millioneneinnahmen etwas geahnt, hätte sie ihn vielleicht nicht als Kanzlerkandidaten nominiert. Aber auch Steinbrück selbst hat offensichtlich die Lage falsch eingeschätzt. Als erfahrener Politiker musste er wissen, dass solche Nebeneinkünfte in Millionenhöhe tödlich sind. Wahrscheinlich kann man ihm abnehmen, dass er, als er die vielen hoch dotierten Vorträge bei Banken bis hin zu Küchenstudios hielt, nicht daran glaubte, als rechter Sozi jemals von seiner Partei für dieses Spitzenamt nominiert zu werden. Ganz auf dieser Linie liegen auch seine arroganten Aussagen, als sich erste Kritik regte, das alles sei albern und lächerlich.

Auf die für einen Bundestagsabgeordneten gebotene Transparenz angesprochen, meinte er noch in seiner schnoddrigen Art, nur in der Diktatur gebe es völlige Transparenz. Als seine überheblich erscheinende Verteidigung offenbar nichts fruchtete, erklärte er zunächst, die Durchschnittssummen seiner Vortragshonorare zu veröffentlichen. Als auch daran weiterhin Kritik geübt wurde, entschloss er sich schließlich, „die Hosen ganz herunterzulassen“. Noch immer hat er mit Unstimmigkeiten und Widersprüchen zu kämpfen. Es wirft schon ein bezeichnendes Licht auf den Politiker Steinbrück, dass er bei städtischen Betrieben hochverschuldeter Kommunen seine Vorträge hielt und kräftig abkassierte. Hinzu kommen noch die Honorare seiner beiden zusammen mit Alt-Kanzler Helmut Schmidt geschriebenen Bestseller „Unterm Strich“ und „Zug um Zug“, die er im Blick auf seinen Mitautor nicht nennen könne.

Wie die Dinge auch immer liegen. Steinbrück wird es sehr schwer haben, im Wahlkampf etwa Hartz-IV-Empfängern zu erklären, warum sie, die mit etwa 500 Euro im Monat auskommen müssen, gerade einen Einkommenskrösus wie ihn wählen sollen, der in drei Jahren „so ganz nebenbei“ 1,25 Millionen Euro abgesahnt hat. Dazu kommen noch seine nicht unerheblichen Bezüge als Abgeordneter, auch wenn sie mit Ministerbezügen verrechnet werden, wie Steinbrück nicht müde wird zu betonen. Man wird es ihm nur schwer abnehmen können, wie er, zu dessen Gönnern Bänker und Versicherungsbosse gehören, die Interessen des von seiner Partei so oft beschworenen kleinen Mannes vertreten will. Da wird er sich die Frage gefallen lassen müssen, für wie glaubwürdig ihn die sogenannten „Unterprivilegierten“, die wichtigste Wähler der SPD, noch halten.

Bei so vielen Vorträgen stellt sich auch die Frage, wie Steinbrück sein Abgeordnetenmandat da noch pflichtgemäß ausgeübt hat? Offenbar hatte Peer Steinbrück zu Troika-Zeiten schon eine Ahnung davon, was auf einen ein ganzes Jahr vor der Bundestagswahl nominierten SPD-Kanzlerkandidaten zukommen könne, er werde nämlich in Stücke gerissen.