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    Meine ersten Exerzitien

    „Willst du dich mit Vorbedacht auf den Weg der Frömmigkeit begeben, so suche dir einen vortrefflichen Mann als Führer und Berater. Das ist der dringlichste Rat, den ich dir geben kann.“ Dieser geistliche Führer soll, so Franz von Sales, „voll Liebe, Wissenschaft und Klugheit sein“. Welcher Mensch würde sich nicht einen weisen Seelenführer wünschen? Einen gütigen Menschen, der Anleitungen zu guten Entscheidungen gibt, und dessen Ratschläge man mit Freude beherzigt? Um einen solchen Seelenführer müsse man inständig beten, denn ihrer finde man ausgesprochen wenige, schreibt der Heilige in der Philothea.

    „Willst du dich mit Vorbedacht auf den Weg der Frömmigkeit begeben, so suche dir einen vortrefflichen Mann als Führer und Berater. Das ist der dringlichste Rat, den ich dir geben kann.“ Dieser geistliche Führer soll, so Franz von Sales, „voll Liebe, Wissenschaft und Klugheit sein“. Welcher Mensch würde sich nicht einen weisen Seelenführer wünschen? Einen gütigen Menschen, der Anleitungen zu guten Entscheidungen gibt, und dessen Ratschläge man mit Freude beherzigt? Um einen solchen Seelenführer müsse man inständig beten, denn ihrer finde man ausgesprochen wenige, schreibt der Heilige in der Philothea.

    Ich meldete mich auf meiner Suche nach geistlicher Führung zu Exerzitien an. Das sind Tage, in denen man auf alle Einflüsse, denen man sonst ständig ausgesetzt ist, verzichtet, und gemeinschaftlich schweigt. In der neu gewonnenen Zeit betrachtet und betet man. Der freiwillige Verzicht hat mich auf Anhieb fasziniert. Wie ich aber ununterbrochen beten sollte, wusste ich nicht.

    Gespannt kam ich an meinem Exerzitienort an, dem St. Pelagiberg in der Schweiz. Mit mir kamen etwa dreißig weitere Teilnehmer und wir wurden im Gästehaus der Schwestern einquartiert. Dann kam zu uns der fröhliche Pater in seiner langen schwarzen Soutane, der für diese Woche unser Hirte sein wollte. Er würde uns Vorträge halten, uns sein offenes Ohr leihen, mit uns beten, uns zur Beichte ermutigen und mit uns das Heilige Messopfer feiern. Kurz: Uns zur Entschiedenheit zum Guten, Wahren und Schönen kräftig anspornen. Unsere Woche sollte einer Bergwanderung gleichen. Quälend der Aufstieg, schmal der Weg. Wer bei dieser Vorstellung unwillig wurde, weiß ich nicht. Die Münder wurden ja fast nur zum Beten und Singen geöffnet. Doch die Hoffnung auf den Gipfel, von dem aus jede zunächst dunkle Wolke strahlend hell erscheint, hat uns mit Hilfe des Heiligen Geistes die Herzen geweitet und bis nach oben getragen.

    Wie man auf den himmlischen Berg hinaufkommt? Eine Wegbeschreibung gibt es nicht. Es gibt heilige Geheimnisse, die man am allerbesten erahnt, wenn man sich ihnen auf dem eigenen Weg nähert. „Du kannst nicht von heute auf morgen auf heiligen Bergen stehen“, sagt Franz von Sales, „sondern musst Schritt für Schritt den Weg gehen, der dich dorthin führt.“ Der Heilige empfiehlt darum, vollkommen auf die liebevolle göttliche Vorsehung zu vertrauen. Wer guten Willens ist und von einem der seltenen guten Hirten angeleitet wird, der wird sicher seinen Weg zum Heil finden. Ein lauer Gläubiger entbrennt plötzlich. – Das ist ein Geheimnis, das die Schäfchen vom St. Pelagiberg kennen.

    Die Autorin, 31, ist Lehrerin in Schwerin

    Von Theresa Benninghaus