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    Mehr Verstand: Reine Emotionen in der Islam-Debatte führen in die Irre: Allgemeines Wohl in den Blick nehmen

    Unsere Welt versinkt im Chaos und wir haben die Orientierung verloren. Gott scheint sich von seiner Schöpfung zurückgezogen zu haben. So glauben wir. In Wahrheit haben wir Gott unsere Gefolgschaft aufgekündigt. Seinen Geboten fühlen wir uns nicht mehr verpflichtet. Für uns gelten andere Wertmaßstäbe. Der eigene Vorteil bestimmt nicht nur unser persönliches Tun, sondern auch das Handeln in Politik und Gesellschaft. Jeder glaubt, alles besser zu wissen als die anderen. Eigenständiges analytisches Denken haben wir abgeschafft und plappern nur noch nach, was andere uns einzureden versuchen. Schon 1794 schrieb Immanuel Kant in seinem Essay über die Aufklärung: „Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ Wir dürfen uns deshalb nicht wundern, wenn wir als Bürger und Christen wie Unmündige behandelt werden.

    Unsere Welt versinkt im Chaos und wir haben die Orientierung verloren. Gott scheint sich von seiner Schöpfung zurückgezogen zu haben. So glauben wir. In Wahrheit haben wir Gott unsere Gefolgschaft aufgekündigt. Seinen Geboten fühlen wir uns nicht mehr verpflichtet. Für uns gelten andere Wertmaßstäbe. Der eigene Vorteil bestimmt nicht nur unser persönliches Tun, sondern auch das Handeln in Politik und Gesellschaft. Jeder glaubt, alles besser zu wissen als die anderen. Eigenständiges analytisches Denken haben wir abgeschafft und plappern nur noch nach, was andere uns einzureden versuchen. Schon 1794 schrieb Immanuel Kant in seinem Essay über die Aufklärung: „Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ Wir dürfen uns deshalb nicht wundern, wenn wir als Bürger und Christen wie Unmündige behandelt werden.

    Gott schuf vor Urzeiten den Menschen. Er schuf ihn als Mann und Frau. Alle Menschen waren seine Geschöpfe. Er schuf also weder Juden, Christen noch Muslime, sonder nur „Menschen“. Vor Gott sind alle Menschen gleich. Alle Unterschiede menschlichen Seins sind Folgen der Evolution, die Gottes Weisheit schon vorausgesehen hatte und die sein späteres Eingreifen erforderlich machte. Er sandte deshalb seinen Sohn auf diese Erde, um seine Vorstellung von einer heilen Welt den Menschen nahezubringen. Aber damals wie heute stieß seine Botschaft auf taube Ohren. Auch unsere Kirche richtet ihre Sorge um den Menschen nicht danach aus, wie Jesus heute handeln würde, sondern tut alles, um die „Apostolische Kirche“ in ihren heutigen Strukturen zu erhalten. Alle Bemühungen von Papst Franziskus, eine barmherzige Kirche zu schaffen, stoßen auf den Widerstand einzelner Mitglieder der Kurie, die sich im „Status quo“ wohl und sicher fühlen. Der biblische Wunsch der Zebedäussöhne (Mt 20,20–22) ist auch heute noch weit verbreitet.

    Wenn wir alle vor Gott gleich sind und somit auch die gleichen Rechte und Pflichten haben, dann könnte doch diese Erkenntnis der erste Schritt sein, der aus dem Chaos herausführt. Aber das setzt voraus, dass wir bei allen Handlungen uns unserer sozialen Verantwortung bewusst sind. Es ist einfacher, mit dem Zeigefinger auf das falsche Handeln anderer hinzuweisen, als die eigenen Fehler einzugestehen. Eigentlich müsste das allgemeine Wohl Richtschnur menschlichen Handelns sein. Aber der eigene Vorteil bestimmt unsere Entscheidungen, auch in der Politik. Was nützt der Partei, was schadet ihr? Das sind die maßgebenden Kriterien politischen Handels. Sie sind aber auch die größten Barrieren, die ein einheitliches Agieren zum Wohle aller verhindern. Dieses Verhalten wird noch verstärkt durch eine sogenannte „unabhängige“ Presse, die aber oft auch nur ein Sprachrohr der ihr genehmen politischen oder religiösen Meinung ist.

    Das eigenständige analytische Denken ist auch Voraussetzung für die persönliche Gewissensentscheidung. Jeder von uns muss seine Gewissensentscheidung vor Gott und den Menschen selbst verantworten und kann sich dabei nicht auf eine Mehrheitsmeinung berufen. Nutzen wir den Verstand, den Gott uns geschenkt hat, und werden wir so zu mündigen Menschen, die Gott als den Garanten menschlichen Seins in allen Lebenslagen anerkennen. Machen wir uns mit ihm auf den Weg. Werden wir zu Zeugen seiner Botschaft vom Frieden in der Welt, in dem wir Menschen in unserer Umgebung mit Wohlwollen begegnen. Dann kann aus einem kleinen Funken ein wärmendes Feuer entstehen.

    Franz Josef Kranz,

    65817 Eppstein im Taunus