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    Kölner Podiumsdiskussion zu vierzig Jahre „Humanae vitae“: Die Lehre der Kirche annehmen

    Mit Interesse habe ich Ihren ausführlichen Bericht über die Podiumsdiskussion im Kölner Domforum zu „40 Jahre Humanae vitae“ gelesen (Tagespost vom 17. Juni 2008, Nr. 73, Seite 6). Wie wichtig sind derartige Veranstaltungen, damit das große Defizit im Verstehen der Enzyklika Humanae vitae gemindert werden kann! Zum Bericht möchte ich eine Ergänzung anmerken: Frau Edith Gasper, die sich mit Überzeugung und Mut für die Enzyklika eingesetzt hat, ist Mitarbeiterin beim Institut für Natürliche Empfängnisregelung Prof. Dr. med. Josef Rötzer (INER e.V.), sie ist ausgebildete NER Beraterin.

    Mit Interesse habe ich Ihren ausführlichen Bericht über die Podiumsdiskussion im Kölner Domforum zu „40 Jahre Humanae vitae“ gelesen (Tagespost vom 17. Juni 2008, Nr. 73, Seite 6). Wie wichtig sind derartige Veranstaltungen, damit das große Defizit im Verstehen der Enzyklika Humanae vitae gemindert werden kann! Zum Bericht möchte ich eine Ergänzung anmerken: Frau Edith Gasper, die sich mit Überzeugung und Mut für die Enzyklika eingesetzt hat, ist Mitarbeiterin beim Institut für Natürliche Empfängnisregelung Prof. Dr. med. Josef Rötzer (INER e.V.), sie ist ausgebildete NER Beraterin.

    Ich selbst arbeite seit über 30 Jahren auf diesem Gebiet und möchte Ihnen einen geschichtlichen Hinweis dazu geben, warum es auch heute noch sehr schwer sein kann, dass die Lehre der Kirche angenommen wird. Prof. Rötzer, mein Vater, der Begründer der sympto-thermalen Vorgangsweise, der zuverlässigsten Form der Empfängnisregelung, veröffentlichte bereits 1965 – schon Jahre vor dem Erscheinen der Enzyklika Humanae vitae – das erste Buch zum Selbststudium und Unterricht der NER.

    In der Vorbereitungszeit auf das Erscheinen der Enzyklika war mein Vater bei verschiedensten Veranstaltungen der Katholischen Deutschen Ärztearbeit in Zusammenarbeit mit Moraltheologen eingeladen. Zum großen Bruch kam es bei einer Studientagung 1967 in Bad Godesberg. Anwesend waren fast alle Lehrstuhlinhaber der Moraltheologie und maßgebliche Vertreter der Katholischen Deutschen Ärztearbeit. Im Arbeitskreis mit den Ärzten war es meinem Vater gelungen, eine Einigung unter den Ärzten zu erreichen, dass der Weg der NER aus medizinischer Sicht der beste sei, er ist ja ohne schädliche Nebenwirkungen und führt zu keinen medizinischen Problemen; und wenn es gelingt, Mitarbeiter auszubilden und in Pfarren Beratungsstellen aufzubauen, wird dieser Weg für immer mehr Ehepaare lebbar werden.

    Im Plenum wurde diese Einigung durch einen führenden Moraltheologen zerstört, der sinngemäß vor allen Teilnehmern sagte: „Wenn wir wollen, dass die Lehre der Kirche lebbar ist, müssten wir den Vorschlag von Rötzer aufgreifen; da wir aber der Meinung sind, dass die Lehre geändert gehört, wollen wir, dass die Ehepaare einen anderen Weg wählen, wir müssen sie sogar dazu ermutigen, und wenn dann die Ehepaare die Lehre nicht mehr leben, muss die Kirche ihre Lehre ändern.“ Die Teilnehmer dieser Studientagung verfassten einen Brief nach Rom mit der Aufforderung, die Lehre der Kirche zu ändern. Mein Vater war der einzige bei dieser Veranstaltung, der diesen Brief nicht unterschrieben hatte, und die Folge war, dass er zu keinen weiteren Veranstaltungen eingeladen wurde, Bildungshäuser blieben für seine Kurse verschlossen, und Widerstände sind bis heute noch geblieben.

    Im Grunde ist es eigentlich unvorstellbar, dass man Ehepaaren ein Wissen vorenthielt, ja verweigerte, denn ohne dieses Wissen konnten und können die Ehepaare in der Frage der Empfängnisregelung keine verantwortliche Entscheidung treffen!

    Umso mehr sind die Bemühungen in unserer heutigen Zeit zu begrüßen, jungen Leuten im Licht der Lehre von der „Theologie des Leibes“ nach Papst Johannes Paul II. den tiefen Sinngehalt der Enzyklika Humanae vitae zu erschließen.

    Elisabeth Rötzer, A-4840 Vöcklabruck