Katholische Universität Eichstätt sucht neuen Präsidenten: Ein Sanierungsfall, der Chancen bietet

Die Vorfälle, die sich in letzter Zeit an der Katholischen Universität Eichstätt ereigneten und über welche die Tagespost dankenswerterweise ausführlich und zuverlässig berichtete (zuletzt in DT vom 10. Mai), offenbaren diese einzige katholische Universität in Deutschland als einen grundlegenden Sanierungsfall – nicht für McKinsey, Bertelsmann oder die Boston Consulting Croup (so großartig diese auch sein mögen), sondern für die bayerischen Bischöfe, die in ihrer derzeitigen „Aufstellung“ bestens für diese fulminante Aufgabe gerüstet sind.

Dabei stellt sich die Frage, weshalb das Prinzip „ora et labora“, welches die Kultur des „Alten Europa“ über Jahrhunderte hinweg nachhaltig positiv prägte, heute nur noch für religiöse und nicht auch für wissenschaftliche Institutionen gelten soll – und auch nicht mehr das „lebendige Wasser“ (Joh 4,10) sein sollte, das die derzeitige zeitgeistliche Wüste der westlichen Welt wieder zum Blühen bringt? Wo sonst lässt sich die Vereinbarkeit von Vernunft und Glaube einer Gesellschaft, die mehrheitlich „lebt, als ob es Gott nicht gäbe“, aufzeigen, wenn nicht zuvörderst ausgehend von einer katholischen Universität, in der auch „drin ist, was draufsteht“?

Bischof Gregor Maria Hanke sei aufrichtig gedankt für seinen Scharfsinn, seinen Mut und seine Klugheit. Endlich gewinnt man an einer Stelle des öffentlichen Lebens wirklich wieder die Zuversicht, dass die Patrona Bavariae das liebe Bayernland nicht verlassen hat.