• aktualisiert:

    Ist der Islam mit dem Grundgesetz vereinbar? Zu den Motiven des Islam, dem Standpunkt der AfD und dem Wunsch nach differenzierter Betrachtung: Das ist keine Angstmacherei: Der Westen wollte es nicht wahrhaben: Entwicklung nicht vollzogen

    Es ist von allen Kennern des Islam zugegeben worden, dass der Islam nicht zwischen geistlichem und weltlichem Recht unterscheidet und insofern den Grundlagen unseres Rechtssystems widerspricht. Ob er mit der Demokratie vereinbar ist, ist eine andere Frage. Jedoch ist für mich als Philosoph damit nicht verbunden, dass es keine rechtsstaatliche Ordnung im Islam gibt. Die gab es bei uns in der Monarchie ja auch.

    Es ist von allen Kennern des Islam zugegeben worden, dass der Islam nicht zwischen geistlichem und weltlichem Recht unterscheidet und insofern den Grundlagen unseres Rechtssystems widerspricht. Ob er mit der Demokratie vereinbar ist, ist eine andere Frage. Jedoch ist für mich als Philosoph damit nicht verbunden, dass es keine rechtsstaatliche Ordnung im Islam gibt. Die gab es bei uns in der Monarchie ja auch.

    Im Gegenteil bewundere ich jedoch die klare Orientierung in der rechtlichen Stellungnahme des Islam zur Familie und zu sexuellen Fragen, wie überhaupt die religiöse Durchdringung des gesamten Lebens. Wenn dies derzeit auch bei uns nicht mehr so ist, so ist unsere Lebensordnung doch noch so christlich geprägt, dass christliche Sitten auch die Öffentlichkeit bestimmen, was Herr Meuthen auch für die Zukunft erhalten wissen will. Daran festzuhalten ist also keine Angstmacherei!

    Wie ich aus sicherer Quelle weiß, wird in einigen islamischen Staaten auch Christen freie Religionsausübung gewährt, ohne dass damit freilich auch eine öffentliche Repräsentation in der moslemischen Umwelt verbunden ist, wie das bei uns umgekehrt mit dem Islam geschieht. Entsprechend sollte es bei uns auch mit dem Islam gehalten werden.

    Was in den Verlautbarungen der AfD gesagt worden ist, verletzt auch nicht das Toleranzgebot, denn in diesen wird ausdrücklich bestätigt, dass bei den meisten muslimischen Bürgern, die hier leben, die gleiche Grundgesetztreue wie von den christlichen und andersgläubigen Bürgern zu beobachten ist. Es ist also auch unbegründet, in Frage zu stellen, ob die AfD noch auf dem Boden des Grundgesetzes stehe. Letzteres ist gerade durch einen hohen Verfassungsrichter noch ausdrücklich bestätigt worden. Und was die freie Religionsausübung betrifft, so ist auch klar gesagt worden, dass Moscheen, die wirklich nur der Religionsausübung dienen, durchaus dazugehören. Das Tragen von Kopftüchern gehört jedoch, wie mir ein muslimischer Freund bestätigte, nicht dazu, sondern kann nur als eine politische Demonstration verstanden werden.

    Seit den Anfängen der Bundesrepublik hat es das nicht mehr gegeben, dass eine offizielle politische Stellungnahme von deutschen Bischöfen zu politischen Parteien abgegeben wurde. Ich habe das im Grunde sehr begrüßt, weil sonst leicht das Missverständnis der Religion als „Weltanschauung“ geschürt wird. Und wenn das nun trotzdem aus welchen Gründen auch immer geschieht, so wäre es wohl angebrachter, den Bürgern von den Parteien abzuraten, die einen militanten Atheismus vertreten und unsere Kinder von klein auf in den staatlich verordneten Einrichtungen verderben.

    Bekanntlich geht es dem Islam auch um die Vorherrschaft in Europa, mit der unsere Kinder und Kindeskinder zu tun haben werden, sofern unsere Politiker keine zukunftsfähige Familienpolitik gestalten.

    732, Tours und Poitiers, die Seeschlacht von Lepanto und die Schlacht am Wiener Kahlenberg bezeugen doch geschichtlich die Ziele des Islam. Beten wir, dass es den Reformkräften des Islam gelingen möge, den Koran so zu modifizieren, dass er mit der christlich-jüdischen Religion kompatibel werden kann. Der Alavit Assad jedenfalls hat diese Kohabitation versucht umzusetzen, was der Westen nicht wahrhaben wollte.

    Die christlich geprägte Welt hat ihre Wahrnehmung der Realität während der letzten 2 000 Jahre von einer autoritären, streng hierarchischen, patriarchalisch geprägten und zu einem großen Teil intoleranten Weltsicht des Alten Testamentes hin zu einer von Toleranz geprägten Weltsicht verändert, die auf der Lehre Jesu basiert („Wer von euch frei von Sünde ist, werfe den ersten Stein“). Aufgrund dieser Toleranz stehen im Christentum Religion und Staat nicht in Konkurrenz zueinander („Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“). Im Gegensatz dazu, hat der Islam eine vergleichbare Entwicklung nicht vollzogen. Es gelten weiterhin, zumindest für Vertreter eines sehr offensiv auftretenden Zweiges innerhalb des Islams, Intoleranz, Ausgrenzung und Abschottung und das Primat der Religion vor dem Staat. Diese Tatsache lässt sich im Koran, wenn in diesem vor der Verbrüderung mit Andersgläubigen gewarnt wird („Ihr Gläubigen! Schließt euch nicht Leuten an, auf die Allah zornig ist“), nachlesen und anhand von der Beobachtung des realen Lebens in muslimisch geprägten Ländern und von muslimischen Einwanderungsgruppen in christlich geprägten Ländern, feststellen. Die Frage nach der Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, der Demokratie und der Integrationsbereitschaft im Allgemeinen zu stellen, ist nicht diskriminierend, sondern, differenzierte Betrachtungsweise vorausgesetzt, normal.

    Dr. Klaus Hammacher,

    52064 Aachen