Internationale Gocher Gespräche zum Thema Sterbehilfe: Schauerliches Szenario

Der Artikel von Stefan Rehder „Nichts für Feiglinge“ (DT vom 27. Mai) spricht mir aus der Seele. Seit Jahren steht mir ein solches schauerliches Szenario vor Augen – irgendwann wird der alte Mensch, der Betagte, der Greis nur noch nach den Kosten beurteilt, die er dem System verursacht; sobald er dann eine bestimmte Pauschale erreicht, wird er „wegrationalisiert“, das heißt getötet – dafür werden allerdings die inzwischen schon sehr leistungsfähigen Roboter programmiert, damit wird der Mitmensch entlastet... und das alles mit gesetzlicher Zulassung und Erlaubnis – und wissen Sie, was das Beschämendste sein wird: die Menschen, Mitmenschen, Mitlebenden werden diese schändlichen Geschehnisse akzeptieren, tolerieren, ignorieren wie sie es, die Bürger, Wähler, Zeitgenossen, die Nachbarn, Nächsten, Menschenbrüder immer getan haben. Das Dritte Reich, die DDR: da haben Sie die Beispiele. Ich sagte einmal: Wir haben Auschwitz nicht hinter uns, wir haben es in uns und also vor uns. Auch sagte ich: Auschwitz, Bautzen, Guantanamo, das sind Synonyme. Ein bekannter Satz lautet: homo homini lupus (Der Mensch ist des Menschen Wolf). Lieber wäre mir: homo homini curator, tutor, adjutor est. Dieser Tage las ich in einem Buch des Heiligen Vaters (Joseph Ratzinger „Der Gott Jesu Christi“, Kösel-Verlag 1976). Ich zitiere eine mich besonders ergreifende Stelle: „Heute müssen wir fürchten, dass das Konzentrationslager nur ein Vorspiel war, dass die Welt unter dem universalen Gesetz der Maschine als Ganzes die Struktur des Konzentrationslagers annimmt“(p.19). Diese Gedanken zu Ihrem verdienstvollen Beitrag will ich hier nur in aller Kürze mitteilen als Feed-back. Sie mögen sehen: auch andere sind sich dieser Gefahren bewusst und solche Kommunikation ist bitter nötig.

Darf ich noch zu meiner Person erwähnen: Ich bin 47 Jahre alt, katholisch, ledig, von Beruf Altenpfleger und das seit 25 Jahren, davon jetzt 20 Jahre im Nachtdienst, denn ich vermag Altenpflege nur so noch zu ertragen.