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    Hymnen an die Kirche : Lektüre in der Karwoche

    Es gibt in der Kirche die hohe Sprache der Theologie und es gibt die tiefe Sprache der Dichtung. Beide sind wichtig im Mysterium des Glaubens.

    Es gibt in der Kirche die hohe Sprache der Theologie und es gibt die tiefe Sprache der Dichtung. Beide sind wichtig im Mysterium des Glaubens.

    Gestern stieß ich in meinem Bücherschrank auf ein Buch, das ich schon 1957 erworben habe: „Hymnen an die Kirche“ von Gertrud v. Le Fort. Es wird mich nun durch die Heilige Woche begleiten neben den Texten der Liturgie. Ich sehe hier Unterschiede, aber keine Gegensätze. Der erste Teil der Hymnen wendet sich an die Kirche selbst, während im zweiten Teil häufig die Kirche zur Seele spricht. Ich werde Worte lesen, die ich nicht ausloten kann und die mir doch vertraut sind wie die Worte der Mutter an ihr Kind.

    In der Karwoche lese ich: All deine Schmerzen sind in mir. Komm in meine Seele und sei daheim... Und an Ostern dann: Weißt du nicht, dass Leid unsterblich ist? Ich habe das Unendliche verklärt. Christus ist auferstanden! – Eine Stelle, die das Verstehen sprengt!

    Aber: Je weniger ich meinen rationalen Widerständen Raum gebe, desto eher werde ich verstehen, weil diese Worte die Rationalität übersteigen. Der Osterhymnus endet mit dem Satz „Da riss mich das Licht hinweg“. Wir dürfen uns auf diese Sprache einlassen.

    Gisela Steinbach, 54292 Trier