• aktualisiert:

    „Für viele“ oder „für alle“: Schluss mit dem Theologengezänk: Eine Reihe von Fehlübersetzungen: Mit Worten lässt sich trefflich streiten

    Es ist irreführend, wenn Herr Dr. Jestaedt den Dogmatiker Ratzinger aus dem Jahre 1978 zitiert, um damit angeblich den Streit über die Wandlungsworte „für viele“ und „für alle“ zu beenden (DT vom 14. Mai). Man sollte nicht übersehen, dass unter der Billigung Papst Benedikts an alle Bischofskonferenzen die Anweisung erging, in den liturgischen Büchern das „für alle“ durch das von der Heiligen Schrift und der Tradition überlieferte „für viele“ zu ersetzen.

    Es ist irreführend, wenn Herr Dr. Jestaedt den Dogmatiker Ratzinger aus dem Jahre 1978 zitiert, um damit angeblich den Streit über die Wandlungsworte „für viele“ und „für alle“ zu beenden (DT vom 14. Mai). Man sollte nicht übersehen, dass unter der Billigung Papst Benedikts an alle Bischofskonferenzen die Anweisung erging, in den liturgischen Büchern das „für alle“ durch das von der Heiligen Schrift und der Tradition überlieferte „für viele“ zu ersetzen.

    Diese Anweisung des Papstes hat sicher mehr Gewicht als der Versuch des Dogmatikers Ratzinger 1978, in dieser Streitfrage zu vermitteln. Nicht „Liturgiewissenschaftler der römischen Kirche wie auch die Vertreter aus Priester-Bruderschaft St. Pius X., UNA VOCE und Priester-Bruderschaft St. Petrus“ sind für die endlose Diskussion um diese Wandlungsworte verantwortlich, sondern jene, die uns nach dem Konzil mit einer Reihe von Fehlübersetzungen, Verfälschungen und Auslassungen einen zeitangepassten Glauben aufnötigen wollen. Man muss kein Theologe sein, um diese Zusammenhänge zu erkennen.

    Ich halte die Meinung, dass die Kontroverse um die Deutungen, Jesus Christus habe sein Blut „für alle“ oder „für viele“ vergossen, „Theologengezänk“ sei, wie Dr. Winfried Jestaedt es in seiner Leserzuschrift „Schluss mit dem Theologengezänk“ (DT vom 14. Mai) formuliert hat, nicht für richtig!

    „Mit Worten lässt sich trefflich streiten“, wusste bereits Johann Wolfgang von Goethe. Natürlich kann durch Interpretation das „für alle“ so eingeschränkt interpretiert werden, dass es inhaltlich dasselbe sagt, wie „für viele“. Aber nicht alle Theologen interpretieren so, wodurch erst richtig Gezänk entsteht, und noch viel schlimmer, unser Glaube ins Wanken gebracht wird. Heute gibt es fürwahr viele, die nicht mehr an die Hölle glauben, weil Christus mit seinem Blut doch alle erlöst hat. Das „für alle“ führt mit dazu, die Hölle als leer zu betrachten oder sie ganz zu leugnen. Die Moral wird dadurch immer problematischer und der Glaube der Kirche immer mehr in Frage gestellt oder sogar lächerlich gemacht.

    Robert Kramer, 82390 Eberfing

    Günter Herrwerth, 64289 Darmstadt