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    Frauendiakonat: Folgen der Genderideologie: Seehofer hat Respekt verdient: : Sport ist kein Krieg: Verpassen Mütter Selbstverwirklichung?: Nicht in die Irre geführt: Hängen Beichte und Hölle zusammen?

    Frauendiakonat Zu „Katholische Diakoninnen?“ (DT vom 5. Juli): Die Mehrheit der Diakone im Bistum St.

    Frauendiakonat

    Zu „Katholische Diakoninnen?“ (DT vom 5. Juli): Die Mehrheit der Diakone im Bistum St. Gallen haben ein anderes Verständnis über das Diakonat von Frauen als Karl-Heinz Menke, der in der Tagespost ausführlich begründet, weswegen die Weihe zu Diakoninnen nicht möglich ist. Die Diakone des Bistums SG und die Pastoralassistentinnen, die die Weihe fordern, haben nicht bedacht, dass die dienende Funktion im Urchristentum eine andere war, als das, was unsere Theologinnen heute wollen.

    Nun haben die St. Galler Diakone ein Positionspapier verabschiedet, in dem das Frauendiakonat „gefordert“ wird. Auszüge aus diesem Papier wurden im „Pfarreiforum“ des Bistums veröffentlicht. Da heißt es unter anderem: Der Frauendiakonat wäre ein Ankommen der Kirche in der Gegenwart der kulturellen Realität. Wie lange noch wollen wir uns als Kirche in unserer Gesellschaft dieses Defizit an Glaubwürdigkeit und Authentizität leisten?

    Dass diese Diakone beim gläubigen Volk Glaubwürdigkeit verlieren, scheint ihnen nicht bewusst zu sein. Auch scheint ihnen nicht bewusst zu sein, dass man ein Weihe-Amt nicht „fordern“ kann. Es wird einem verliehen, und zwar von Oben nach Unten. Das gilt selbst im politischen Bereich. Die Kirche wird wohl kaum ein Kirchenrecht ändern, nur weil das nördlich der Alpen einige Diakone aus Solidarität mit theologisch ausgebildeten Feministinnen so wollen. Schließlich ist die Weihe zum Diakonat eine Angelegenheit der Weltkirche. Ich frage mich: Ist das ehrlich gemeint, wenn sie uns weismachen wollen, „Die Diakone wollten sich bewusst auf das Diakonenamt beschränken“? Es ist nicht schwer zu erraten, dass das Fernziel nach der bekannten Salamitaktik das Frauenpriestertum ist. Dieses wurde ja schon öfters im Pfarreiforum so gewünscht. Das apostolische Schreiben von Papst Johannes Paul II. vom 22. Mai 1994 wird kaltblütig ignoriert.

    Die Mehrheit der Diakone im Bistum Sankt Gallen hat sich also für das vermeintliche Recht der Frauen für ein Weiheamt entschieden. Das widerspricht aber dem „nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt (Joh 15,16)“. Die Gleichstellung der Geschlechter gehört zu den unübersehbaren Zeichen der Zeit, heißt es in dem Papier. Die Genderideologie hat also auch die Diakone angeknappert. Mit Gleichstellung werden auch noch andere Forderungen begründet. etwa „Ehe für alle“, „Kommunion für alle“. Ich möchte all den Diakonen, den Pastoralassistenten/innen nicht den ehrlichen Willen absprechen, ihr Bestes für das Reich Gottes zu geben. Wenn sie aber meinen, ihr Prestigedenken sei Gott wohlgefällig, dann haben sie Jesus nicht verstanden, der im Gleichnis (Mt 23, 10–12) zum Ausdruck bringt: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“. Und schließlich ist die Heiligkeit nicht an höhere oder niedere Weihen gebunden.

    Alois Juchli,

    CH-9306 Freidorf

    Flüchtlingspolitik

    Zu: „Seehofers Mission“ und „CSU-Liberale in Unruhe“ (DT vom 5. Juli)

    Es geht, wie Oliver Maksan schreibt, um eine an der Sache orientierte Politik und nicht um formale Kriterien von Streit unter Schwesterparteien, so viel Aufmerksamkeit, Häme und Polemik das erzeugt, und andererseits soviel Energie auch zur Durchsetzung zukunftswirksamer Rationalität erforderlich sein mag. Entscheidend für die meisten Mitbürger, so sagt es Volkes Stimme und so sagen es solide Umfragen, ist eine möglichst eindeutige Funktionsteilung: Wir alle haben die christliche Pflicht, Menschen in Not zu helfen. Die verantwortlichen Regierenden haben die Pflicht, den Rechtsstatus und die Zahl der Flüchtenden zu beachten. Wird diese Funktionsteilung aufgegeben, wie seitens der AfD zugunsten rigoroser Abschottung oder wie von Teilen der CDU, der Linken und der Mainstream-Medien zugunsten grenzenloser Barmherzigkeit, gerät unsere Demokratie in einen nun sehr deutlich gewordenen Spannungs- und Spaltungszustand. Dazu trägt leider auch der geschätzte Professor Hans Maier bei, wenn er sich zum Sprachrohr jener macht, die eine Rechtswendung der CSU wähnen. Ich bin kein Mitglied einer Partei und beklage die schwache Haltung der CSU im Hinblick auf die „Ehe für alle“, aber Horst Seehofers rationaler und konsequenter politischer Mittelweg in all diesen komplizierten Fragen der Zuwanderung findet meine Anerkennung. Denn offensichtlich hat er es verstanden, wie Oliver Maksan schreibt, der Kanzlerin eine Wende abzunötigen. Hatte sie nicht allzu isoliert allein einer säkular-pseudoreligiösen Anwendung der Bergpredigt gehuldigt? Vielleicht eine joachimitische Idee der Pfarrerstochter? Was nicht ihrer Funktion entspricht. Vergessen wir nicht all die schillernden Irrgärten der Pfarrerskinder, die ihre Väter toppen wollten, den Nietzsche mit seinem Übermenschen, den C.G. Jung mit Wotan-Archetypus und Anima-Seele und Hermann Hesse mit dem tollen Glasperlenspiel und dem Frischluftkult. Meines Erachtens war und ist Seehofers Arbeit eine gleichsam fast therapeutische Mission im Sinne einer rational-emotiven Methodik; er hat sich bisher gut geschlagen und verdient Respekt. Es ist aber auch für die Kanzlerin nicht einfach, sehr persönliche entwicklungsbedingte Fehlentscheidungen zu revidieren sowie dem mit ihr gesellschaftlich noch verknüpftem Mainstream zu entkommen.

    Dr. med. Wolfgang Ernst,

    96450 Coburg

    Fußball-WM

    Zu „Zurück zur Grasnarbe“ (DT vom 5. Juli): Es war ein sehr sachlicher und ausgewogener Beitrag zur momentanen

    Situation der deutschen Nationalmannschaft, der auch Wege und Lösungsvorschläge aus der Misere aufzeigt und sich so wohltuend abhebt vom „Marktgeschrei“ der letzten Tage.

    Vielleicht sollte man in Deutschland nicht jedem ehemaligen Nationalspieler (ob Weltmeister oder nicht) ein Podium geben und somit Zeit und Gelegenheit, eine nicht verlangte Expertise abzugeben.

    Ergänzend zum Artikel möchte ich noch auf einen Punkt hinweisen, der mir

    bei der Beobachtung des Turniers aufgefallen ist: Es wäre an der Zeit, die teilweise unerträgliche Berichterstattung und

    die hämischen Kommentare der Medien unter eine stärkere Beschränkung zu

    stellen. Was dort in Schlagzeilen und Kommentaren zu lesen ist, widerspricht dem Geist der Fairness und der Sportlichkeit! Ein sportliches Fest in Friedenszeiten sollte nicht zur Verunglimpfung des

    Anderen ausarten oder zur Kriegsberichtserstattung degenerieren. Besonders ärgerlich ist hierbei, dass dieses Vokabular von einigen Reportern auch noch als „Fußball-Folklore“ verharmlost wird. Papst Johannes Paul II. hatte schon im Jahr 1980 während der Europameisterschaft in Italien anlässlich des dortigen UEFA-Kongresses hingewiesen, der Sport solle zur Fairness erziehen. In den Berichterstattungen des Jahres 2018 ist davon nur noch wenig zu spüren. Man sollte sich wieder verstärkt auf die Gedanken von Jules Rimet und Henri Delaunay besinnen, welche den Fußball als Mittel zur Völkerverständigung ansahen. Die totale Kommerzialisierung des Fußballs hat vergessen lassen, dass auch der Fußball eine Tradition zu wahren hat– die des fairen Wettstreits. Der Fußball ist kein Ersatz für eine politische Ideologie oder einen Krieg!

    Dr. Andreas Müller,

    66953 Primasens

    Familiengerechte Politik

    Zu „Worauf es wirklich ankommt: Persönlichkeitsbildung“ (DT vom 28. Juni): Dass es für Kinder in erster Linie auf eine liebende Umgebung ankommt, darüber verliert der deutsche nationale Bildungsbericht von 377 Seiten aus der Feder von fast hundert Professoren und Experten wiederum kein Wort und unterstützt damit die unverschämte Frage und noch unverschämtere Antwort an Mehrfachmütter: „Und was machst Du?“ „Ich hab vier, (oder noch mehr) kleine Kinder – „Ach so, Du arbeitest nicht.“ Wäre sie gewieft genug, realistisch zu antworten „und was glaubst Du, wer einmal Deine Rente verdient“, dann müsste sie schon ziemlich abgebrüht sein.

    Wiederum ist es Jürgen Liminski, der seinen kluge Finger in die eitrige Wunde der deutschen Familienpolitik legt, die das Ziel all ihrer Programme in nichts anderem sieht, als in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wobei die Präsenz der Mutter zuhause zum Tabuthema geworden ist, keinen Stellenwert in der politischen Diskussion mehr einnimmt und die ein einfaches Küchengerät namens „Herd“ ständig verfemt. Liminski zitiert den amerikanischen Nobelpreisträger Garry Becker, einen liberalen Wirtschaftswissenschaftler, der den Begriff des Humankapitals in die Wirtschaftswissenschaften eingeführt und schlicht gesagt hat, dass das Humanvermögen in der Familie geschaffen werde, was keine Schule ersetzen könne, und das weit mehr sei als ein Selbstverwirklichungsprogramm für Frauen. Als ob Mütter ihre Selbstverwirklichung verpassten!

    Dr. phil. Barbara von Wulffen,

    82131 Stockdorf

    Ist Verdammnis Glaubensgut?

    In der Tagespost vom 28.06. schreibt Dr. Düren einen Leserbrief zur Antwort auf das Buch „Judas der Freund“ von Autor Pater Christoph Wrembek, Neue Stadt Verlag. Dr. Düren behauptet, P. Wrembek habe mit seinem Brief vom 21.06.2018 die Leser „ definitiv in die Irre“ geführt. Dem widerspreche ich. P. Wrembek hat im Gegenteil aufgeklärt !

    1) Wrembek geht auf die Behauptung voriger Leserbriefe ein, welche von „Verdammnis“ (nicht von Hölle) sprachen und sagten, diese sei göttlich offenbart. Er hat aufgezeigt, dass der Begriff Verdammnis in wichtigen Dokumenten der Kirche, einschließlich dem CREDO, gar nicht erwähnt wird.

    2) Wrembek hat aufgezeigt, dass der Begriff „Hölle“ (den Düren mit „Verdammnis“ verbindet) zur Zeit Jesu noch gar nicht bekannt ist und sich im griechischen Original des NT nirgendwo findet. Das unterschlägt Düren. Das NT ( Jesus/ die Evangelisten) gebraucht die Begriffe Abyssus, Hades, Gehenna – keiner bedeutet „Hölle“ im heutigen Sinn. Das NT spricht nirgendwo von „Hölle“.

    3) Wrembek weist darauf hin, dass unsere katholische Kirche den Begriff „Hölle“ im CREDO ersetzt hat durch „Reich des Todes“ (was jeder des Griechischen kundige Lehrer schon lange wusste).

    Aus dem „Reich des Todes“ kommt man aber wieder heraus, aus der Hölle nicht. Deswegen handelt es sich bei dieser Änderung nicht nur um Grammatik, sondern um Theologie. Die Schlussfolgerung daraus ergibt: Unsere Kirche müsste alles Reden von „Hölle“ in früheren Synoden, Konzilien und amtlichen Schreiben ändern (wie im CREDO) und sie durch „Reich des Todes“ übersetzen.

    Auch alle anderen Einwände von Düren lassen sich widerlegen, wenn man beim Lesen der Hl. Schrift ihre „Verkündigungssituation“ mit berücksichtigt, wozu das Konzil uns auffordert, um Texte nicht falsch zu verstehen. Mein Fazit: P. Wrembek hat aus Irrtümern befreit.

    Monika Kleinhenz,

    33098 Paderborn

    Beichtpraxis

    Hängen ewiges Schicksal der menschlichen Seele und der Einbruch katholischer Glaubensverkündigung und -praxis zusammen? Gewiss kann die gegenwärtige Schräglage in der Glaubensverkündigung nicht auf einen einzigen Punkt reduziert werden. Aber darf der Zusammenhang zwischen nahezu ausschließlich auf innerweltliche Probleme reduzierter Predigt und mehr oder weniger völlig verschwundener Glaube an die Möglichkeit des Verlustes der ewigen Glückseligkeit übersehen werden? Ist die fehlende Bereitschaft fürs Beichthören des größeren Teiles des

    Klerus Zufall? Denn dass dieses Sakrament vielfach verschwunden ist, liegt vor allem am Klerus. Und tatsächlich: Wenn, wie mir ein lieber Geistlicher vor rund zwanzig Jahren erklärt hat, die Hölle entweder nicht existiert oder leer ist, dann ist das mit der Beichte auch nicht so dringend. Auch der Zusammenbruch der Glaubenspraxis beim größten Teil der katholischen Gläubigen kann ohne den Unglauben bezüglich des ewigen Heiles nicht erklärt werden. Im Sinne der lex orandi – lex credendi – wie man betet, so glaubt man, sei auf zwei Veränderungen in der Liturgie beziehungsweise in der heiligen Messe durch die sogenannte Liturgiereform verwiesen. Im überlieferten römischen Messritus wird im zweitletzten Gebet vor der heiligen Wandlung um – wörtlich übersetzt – die „Herausreißung aus der ewigen Verdammnis“ gebetet. Im Novus Ordo wäre dieses Gebet zwar im als ersten Kanon bezeichneten Hochgebet vorhanden, wird aber de facto kaum verwendet. Wenn man in Rechnung stellt, dass es sich hier wie bei den schon zur Genüge diskutierten Worten „für viele“

    oder „für alle“ um eine frühkirchliche Überlieferung im innersten Heiligtum unseres Glaubens handelt, darf seine Wirkung auf das Praktizieren des Glaubens nicht unterschätzt werden. Schließlich geht es weiters um die Frage, welchen Sinn die Darbringung (beziehungsweise die Mitfeier etwa am Sonntag) des Messopfers eigentlich hat. Damit stellt sich aber auch die nächste Frage des Sinnes und Zweckes des Kreuzesopfers des Heilandes überhaupt. Ist der Herr nun für das ewige Heil unserer Seelen und damit für die Rettung vor der ewigen Verdammnis am Kreuz gestorben oder nicht? Es fällt bei der Argumentation gegen die Möglichkeit einer ewigen Verwerfung in manchen Leserbriefen der jüngeren Zeit das einseitige Zitieren der Heiligen Schrift auf. So wird unter anderem etwa die mehrfach erwähnte Möglichkeit ewiger Verdammnis vor dem Leiden Christi im Matthäusevangelium übersehen. Warum legt der Evangelist Matthäus einen Schwerpunkt vor dem Übergang zum Letzten Abendmahl und zur Passion auf die Möglichkeit ewiger Verdammnis? Wenn es eine ewige Verdammnis nicht gibt, wäre interessant, wie dann die dramatische Beschreibung des Schicksals des Teufels und seiner Dämonen und eben auch der Verdammten im „Feuersee“ am Ende der Apokalypse zu verstehen ist. Oder muss man das, was doch immerhin zum Offenbarungsgut gezählt wird, als eine schlechte Psychologie oder Pädagogik Gottes bezeichnen, die wir

    im 21. Jahrhundert nun endlich durchschaut haben?

    P. Bernhard Kaufmann,

    A- 6850 Dornbirn