Familienpolitik: Debatte um das Betreuungsgeld: Allzu berechtigte Bedenken : Gut, dass sich die Bischöfe zu Wort melden

Den Ausführungen von Hubert Wissing (Wirtschafts-Kolumne der „Tagespost“ vom 15. Oktober) kann ich nur zustimmen. Seine Bedenken gegen die derzeitige „Familienpolitik“ sind nur allzu berechtigt. Ist sie nicht wirklich hauptsächlich Arbeitsmarktpolitik? Auch ist es richtig, wenn Herr Wissing schreibt: „Zugleich sollen die Familien dem Markt verlässlich den – möglichst veredelten – Rohstoff menschliche Arbeitskraft liefern.“

Dieser Missbrauch der Familie besteht eigentlich schon viele Jahre. Sollte bei dieser erschreckenden Entwicklung in der die Familien betreffenden Politik nicht bei allen Verantwortlichen (auch beim Bundesverfassungsgericht) die Alarmglocken schrillen? Leider ist das nicht zu erwarten, sondern vielmehr zu befürchten, dass mit einer bemerkenswerten Borniertheit der von der Wirtschaft vorgegebene „Marschtakt“ beibehalten wird.

Wie schön war es zu lesen, die deutschen Bischöfe bekennen sich öffentlich zum Betreuungsgeld und begrüßen es (erschienen in DT vom 17. November). Es wäre ein großer Fortschritt, wenn sich die Erkenntnisse der Hirnforschung und der längst gemachten Erfahrung durchsetzen könnten, dass die Mutter-Kind-Beziehung in den ersten Lebensjahren durch nichts zu ersetzen ist. Es bleibt zu hoffen, dass Bischof Tebartz-van Elst sich weiter mutig zum Wohle der Familien in der Öffentlichkeit und vor den deutschen Bischöfen einsetzt.