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    Die Debatte um das Verhalten von Bundespräsident Christian Wulff: Der nächste Sockelsturz heißt dann Angela Merkel

    Jeder Halbstarke tritt in Aktion, wenn es heute gilt, diesem Bundespräsidenten, dem er ohnehin nie grün war, eins auszuwischen, und jeder Heilsgenosse streut mit fettfröhlichem Gesicht salamischeibchenweise neues Unheil über unseren Bundespräsidenten aus. Nur: Wer achtet seine Würde?!

    Jeder Halbstarke tritt in Aktion, wenn es heute gilt, diesem Bundespräsidenten, dem er ohnehin nie grün war, eins auszuwischen, und jeder Heilsgenosse streut mit fettfröhlichem Gesicht salamischeibchenweise neues Unheil über unseren Bundespräsidenten aus. Nur: Wer achtet seine Würde?!

    Israel hätte weiß Gott in den letzten Monaten gewünscht, sein Präsident hätte Wulff mit vergleichsweise so lächerlichem – wenn überhaupt! – „Vergehen“ und nicht Katzaf mit dieser nachgewiesenen Schuld geheißen; den Israelis wäre wohler! Und jeder, der in seinem Land irgendwo auf der Welt seinen Präsidenten und keinen Erzengel gewählt hat, bezeugt ihm mehr Ehre, als wir Deutschen das selbst bei einem Gottähnlichen zu tun gedächten, denn dann würden wir noch nach katholisch oder „protestantisch“ unterscheiden wollen eingedenk unserer fanatischen Wahrheitssuche. Von einer lange schon mit den Eltern befreundeten Familie, die einen von klein an kennt, schätzt und liebt, Geld anzunehmen, das auch noch ordentlich verzinst zurückgezahlt wird, würde weltweit kaum jemand als „ehrenrührig“ reden, doch in Deutschland siegt die Missgunst als Antrieb des Neides über Freundschaft und Zuneigung, und schon sitzt der geachtete und kreditwürdige Christian von nebenan in der Präsidialfalle, sprich: am deutschen Pranger!

    Doch dahin gehörte schon Goethe, dessen Liebschaften eben nicht als Impetus seines jeweiligen dichterischen Schaffens gelten konnten, sondern auch herabgewürdigt werden mussten, und selbst der Papst, der vom Bundesbildungsblatt mit „Wir sind Papst!“ begrüßt wurde, war zwei Jahre und etliche – erst jetzt, wie typisch! – aufgedeckte Missbrauchsskandale später selbstverständlich an allem schuld. Niemand auf der Welt braucht den deutschen Papst zu demontieren, das besorgen die Deutschen schon gründlich selber.

    Man muss nicht Prophet sein: Der nächste Sockelsturz vor entscheidender Wiederwahl heißt Angela Merkel; zwar ist sie die in aller Welt hoch geachtete, für klug und politisch hoch begabte, durchsetzungsstarke und für sich gewünschte Kanzlerin der Deutschen, doch es ist nicht, was nicht sein darf: Man wird es erleben, Deutschland schwächt sich selber, spätestens bis Anfang des kommenden Wahljahres: Deutschland hat noch jedes Denkmal gewandelt. Zum Denknicht. Wir ertragen Heere, aber das Hehre nicht!

    Manfred Thelen, Rektor i.R.,

    52396 Heimbach