Deutscher Text des Messbuchs: „für alle“ oder „für viele“?: Erst die Gemeinden richtig unterweisen

In seinem Leserbrief vom 2. Oktober „Wie das ,für alle‘ richtig zu verstehen ist“ hat Pater von Hatzfeld SDB leider vergessen, darauf hinzuweisen, dass Rom seinerzeit gewünscht hat, dass vor der Umstellung von „für alle“ zu „für viele“, die Gläubigen entsprechend unterwiesen werden sollten. Es sollte ihnen klar gemacht werden, dass der Heilswille Gottes selbstverständlich „allen“ gilt, dass das Heil selbst aber nur „den vielen“ zuteil wird, die sich bewusst danach ausstrecken. Eine solche Unterweisung ist bisher leider unterblieben, Sie wurde auch von der Bischofskonferenz bisher nicht angemahnt. Jetzt aber wird darüber geklagt, dass man die Umstellung nicht vornehmen könne, weil die Leute ja nicht vorbereitet seien.

Diese bisher unterlassene Unterweisung ist aber in jedem Fall dringend erforderlich. In weiten Kreisen der katholischen Kirche hat sich heute ja eine Art „Allerlösungslehre“ breit gemacht, wonach alle Menschen – wie immer sie auch gelebt haben – schon deshalb gerettet seien, weil Jesus ja „für alle“ gestorben sei. Auf Grund dieses Irrglaubens meinen heute viele, ohne Kirche, Beichte, Buße und in Sünden leben zu können.

Ich bin der Meinung: Wenn wir die Menschen in diesem Irrglauben lassen, laden wir eine schwere Schuld auf uns, denn viele Menschen werden dann ungewarnt den „breiten Weg“ der Sünde gehen von dem es heißt, dass er „ins Verderben“ führt (Mt 7, 13). Wer kann und will das verantworten? Deshalb ist heute dringend erforderlich: Erst Unterweisung der Gemeinden, dann Änderung der Wandlungsworte.