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    Das Karlsruher Urteil zur steuerlichen Gleichstellung von Homopaaren und die Debatte in der Union: Heute stehe ich vor einem Trümmerhaufen

    Den Ausführungen von Ernst Jürgen Kohlhund in der „Tagespost“ vom 13. Juni kann ich nur in vollem Umfange zustimmen. Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation. Als ich 1955 mit 17 Jahren der CDU als Mitglied beigetreten bin, war ich voller Optimismus und Euphorie. Damals fühlte ich mich in dieser Partei, deren Leitfiguren Konrad Adenauer und Ludwig Erhard waren, voll eingebunden. Sie war die Partei, die meine Ideale verkörperte. Ich arbeitete für diese Partei, war vier Jahre Kreisvorsitzender der Jungen Union in Mannheim, 13 Jahre Stadtrat in Mannheim, 18 Jahre Vorsitzender von zwei CDU Ortsverbänden in Mannheim und viele Jahre Mitglied im Kreisvorstand.

    Den Ausführungen von Ernst Jürgen Kohlhund in der „Tagespost“ vom 13. Juni kann ich nur in vollem Umfange zustimmen. Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation. Als ich 1955 mit 17 Jahren der CDU als Mitglied beigetreten bin, war ich voller Optimismus und Euphorie. Damals fühlte ich mich in dieser Partei, deren Leitfiguren Konrad Adenauer und Ludwig Erhard waren, voll eingebunden. Sie war die Partei, die meine Ideale verkörperte. Ich arbeitete für diese Partei, war vier Jahre Kreisvorsitzender der Jungen Union in Mannheim, 13 Jahre Stadtrat in Mannheim, 18 Jahre Vorsitzender von zwei CDU Ortsverbänden in Mannheim und viele Jahre Mitglied im Kreisvorstand.

    Heute stehe ich vor einem Trümmerhaufen. Die CDU hat inzwischen meines Erachtens jedes christliche Profil verloren und bemüht sich teilweise noch, den Zeitgeist links zu überholen. Seit 15 Jahren habe ich daher schon jede Aktivität in und für diese Partei eingestellt und meinen Mitgliedsbeitrag auf die Mindestsumme reduziert. Vielleicht trete ich demnächst ganz aus.

    Noch mehr erschüttert bin ich allerdings über das Verhalten unserer Bischöfe nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Eisiges Schweigen. Wo bleibt hier das verbindliche Hirtenwort unserer Bischöfe? Fürchtet man, irgendwelchen Leuten auf die Füße zu treten? Für mich bedeutet das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Gleichstellung von Homo-Paaren einen ganz klaren Widerspruch zum Grundgesetz. Es wird offenbar nicht mehr nach Recht geurteilt, sondern nach dem Zeitgeist. Das Gericht ist bisher eine Antwort schuldig geblieben, wie dann noch die Familie besonders geschützt werden kann.

    Viele Historiker heute kritisieren – ob zu Recht oder zu Unrecht, sei hier dahingestellt – dass die deutschen Bischöfe in der Nazizeit – mit vielleicht einer Ausnahme – zu den Gräueln der Nazis geschwiegen haben. Aus Angst?

    Ich bin überzeugt, dass spätere Historiker, wenn das Desaster unseres heutigen Zeitgeistes seine vollen Auswirkungen zeigt, die Bischöfe von heute scharf kritisieren werden, die sich auch heute in Schweigen hüllen. Warum wohl? Will man sich nicht die Sympathien der Herrschenden oder der Medien verscherzen? Ich nehme ja an, dass unsere Bischöfe von dem, was sie lehren, überzeugt sind. Wäre ich Bischof, ich könnte nicht mehr schlafen, weil mich mein Gewissen dann nicht mehr zur Ruhe kommen ließe. Alle Achtung und aller Respekt vor den Bischöfen und den Katholiken in Frankreich. Dort zeigt man Bekennermut, der uns in Deutschland offenbar fehlt.

    Vielleicht wäre eine klare Trennung von Kirche und Staat, die es ja in Frankreich seit über 100 Jahren gibt, auch für uns von Vorteil. Die Kirche wäre dann materiell ärmer, aber im Glauben wahrscheinlich fester und glaubwürdiger.

    Werner Dietz, 69469 Weinheim