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    Das Hochwasser, die Wetterkapriolen und die Frage, was das wohl zu bedeuten haben könnte: Eingriffe in die Gesetze des Lebens

    Alle Leute jammern über das unübliche Frühlingswetter mit all seinen Folgen für Mensch und Natur. Die Meteorologen rätseln über das Warum und Wieso und niemand kommt auf den Gedanken, dass sich hinter den Klima-Verhältnissen auch irgendwie das Wirken Gottes enthüllen könnte; denn ohne ihn läuft eben gar nichts.

    Alle Leute jammern über das unübliche Frühlingswetter mit all seinen Folgen für Mensch und Natur. Die Meteorologen rätseln über das Warum und Wieso und niemand kommt auf den Gedanken, dass sich hinter den Klima-Verhältnissen auch irgendwie das Wirken Gottes enthüllen könnte; denn ohne ihn läuft eben gar nichts.

    Besonders im Alten Testament wird immer bezeugt: weil das auserwählte Volk Israel den Bund mit Gott gebrochen hat, überlässt sie Gott ihren eigenen Machwerken, die immer wieder zu großen Katastrophen führten und zu vielem Leid und Elend. Im Ps. 81,12–13 klagt Gott.: „Doch mein Volk hat nicht auf meine Stimme gehört; Israel hat mich nicht gewollt. Da überließ ich sie ihrem verstockten Herzen und sie handelten nach ihren eigenen Plänen.“

    In unseren Tagen ist das nicht viel anders. Die Wissenschaften greifen ein in die Gesetzmäßigkeiten des Lebens und der Natur, Millionen von Kindern – alles Geschöpfe Gottes – werden schon im Mutterleib oder in der Retorte getötet, Ehe und Familie verlieren ihren Wert, Ehebrüche sind fast selbstverständlich, der ungezügelte Egoismus in der Gesellschaft führt zu enormen Krisen in der Wirtschaft und im Zusammenleben der Menschen; Kriege, Unterdrü-ckung, Terror, Mord und Totschlag verunsichern die Menschen. Warum wohl? Wir haben Gott „ausgebootet“, er hat nichts mehr zu sagen, vielfach auch unter uns Christen.

    Gott ist eben nicht nur der allseitig barmherzige, liebe Opa, mit dem man machen kann, was man will, der zu allem Ja und Amen sagt, sondern eben auch der gerechte Gott, der sich darum sorgt, dass wir uns nicht im Diesseits verrennen und das Jenseits, das Reich Gottes, die Fülle des Lebens, verscherzen. Das alles, auch die Wetterkapriolen dieses Jahres, sind irgendwie „Klopfzeichen“ Gottes, die uns aufmerksam machen sollen, dass er auch noch da ist und die Einhaltung seiner Gebote fordert, zu unserem eigenen Vorteil und Nutzen. Kennen wir sie noch? Wohl kaum. Wir beten x-mal wohl das Vaterunser, das Gebet Jesu, „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“, aber wir denken gar nicht daran, darauf auch wirklich einzugehen und zu tun, was Gott will. Wir leben dann doch so, wie es uns passt.

    Unsere Vorfahren haben das noch gewusst, sie haben sich zum Gebet versammelt, Bittprozessionen gehalten, bei den Gottesdiensten wurde der „Wettersegen“ erteilt, in dem Glauben, dass die schweren Gewitter und Klima-Ereignisse auch etwas mit Gott zu tun haben.

    Er ist der Schöpfer, Lenker und Erhalter, aber auch der Erlöser durch Jesus Christus, das heißt alle Menschen, die ganze Schöpfung soll wieder Zugang erhalten zur Fülle des Lebens im Reich Gottes. Erlösung heißt: Befreiung von der Macht der Sünde und des Todes, nicht nur von misslichen Verhältnissen in unserer Gesellschaft von heute.

    Gewiss, das Wirken Gottes in der Zeit ist für uns nicht durchschaubar, aber doch von Bedeutung, wenn wir den Worten Gottes glauben und uns wieder daran orientieren. Im Buche Judith 8,26–27 lesen wir: „Denkt daran, was er mit Abraham machte, wie er Isaak prüfte und was Jakob im syrischen Mesopotamien erlebte, als er die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, hütete. Denn wie er diese Männer im Feuer geläutert hat, um ihr Herz zu prüfen, so hat er auch mit uns kein Strafgericht vor, sondern der Herr züchtigt seine Freunde, um sie zur Einsicht zu führen.“ Sie haben vielleicht auch ihren Kindern manchmal gesagt: „Wer nicht hören will, muss fühlen“. Ähnlich macht es Gott mit uns. Diese „Klopfzeichen“ sind ein Anruf seiner Liebe, Ihn, den Gottes des Lebens, wieder hineinzunehmen in unser persönliches und gesellschaftliches Leben, in unser Denken, Leben und Lieben. Das „Jahr des Glaubens“ kann dazu einen wertvollen Impuls geben.

    Ludwig M. Obereisenbuchner, Pfr. i.R., 87437 Kempten/Allgäu