Bischöfe verlangen Klärung vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken: Klares Zeugnis für das Leben geben

„Die neue Landesvorsitzende von Donum vitae in Bayern habe ihre Wahl in das Zentralkomitee der deutschen Katholiken öffentlich als eine Bestätigung ihres Engagements für Donum vitae gedeutet“, so schrieb die „Tagespost“ (DT vom 22. Januar). Da sehe ich zwei Problemfelder.

Erstens: Was hat die Vorsitzende von Donum vitae im Zentralkomitee der deutschen Katholiken zu suchen? Sie verstößt als Vorsitzende von Donum vitae gegen die Weisung des Heiligen Vaters und der Bischöfe. Zweitens: Das ZdK sollte (eigentlich immer!) katholische Interessen vertreten, das geschieht aber nicht immer, denn wenn die Mehrheit des Zentralkomitees die Vorsitzende von Donum vitae ins Zentralkomitee des ZdK wählt, dann wird damit auch deutlich, wie die Mehrheit des Zentralkomitees kirchlich zu bewerten ist, im Grunde nicht anders als Donum vitae. Beide verstoßen gegen die Anordnungen des jetzigen und des verstorbenen Papstes und billigen damit, was die katholische Kirche nie billigen kann, nämlich, dass ungeborenes Leben getötet werden darf.

Nach meiner Beobachtung über die Jahre und zahlreichen Gesprächen sind viele katholische Menschen der Auffassung, dass Donum vitae nach einer vergeblichen Beratung zum Leben einen „Schein“ ausstellen sollte, den der Arzt vor der Abtreibung verlangt, die Abtreibung also legalisiert.

Es scheint auch gar nicht selten zu sein, dass jemand Donum vitae unterstützt und gleichzeitig einem kirchlichen Gremium angehört. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bischöfe das nicht wissen.

Dem sollten die Bischöfe einen Riegel dergestalt vorschieben, dass ein Bewerber für ein katholisches Gremium unterschreibt, dass er nichts fördert oder unterstützt, was dem Lehramt entgegensteht. Ich bin mir fast sicher: Das würde in Deutschland zu einem Aufstand führen, aber der Kirche würde eine Klärung gut tun, was katholisch vertretbar und was nicht mehr vertretbar ist.