Bargeld Ja oder Nein?: Lieber frei und Schrebergärtner

Ich habe mich immer als Weltbürgerin verstanden und bin deshalb auch grundsätzlich für Abschaffung von Grenzen und für die EU. Die (sukzessive) Abschaffung von Bargeld halte ich allerdings für so gefährlich, dass ich sogar für einen Austritt wäre, wenn das in einer europäischen Organisation beschlossen werden würde und damit auch, weil vorrangig, unser Grundgesetz außer Kraft setzen würde.

Was nützt mir ein größerer Verbund, wenn dieser Verbund nicht mehr, sondern weniger Freiheit bedeutet? Frankreich ist gerade dabei, durch seine Verfassungsänderung den letzten Rest seines Rechtsstaats abzuschaffen. Es muss erst einmal seine dunklen Seiten aufarbeiten, bevor es über unser Bargeld mitbestimmen darf. Welcher Affe beim Thema Bargeld die Bürger von Dänemark und Schweden gebissen hat, ist völlig unbegreiflich. Da fällt mir nur noch Gottfried Benn ein: „Dumm sein und mit Karte zahlen, das ist das Glück.“ Sind die Informationen von Snowden an diesen Leuten völlig vorbei gegangen? Ich bezahle seit Snowden nur noch mit Karte, wenn ich muss und empfinde schon die Diskussion über Bargeldeinschränkung als schwerwiegenden Eingriff in meine persönliche Freiheit. Ja, ich habe nichts zu verbergen und finde es eine Frechheit, dass ich ständig bei allem unter Generalverdacht gestellt werde.

Wenn Europa das Bargeld und damit die bürgerlichen Freiheit des unbeobachteten Lebens komplett abschaffen will, bin ich für Auflösung dieser Veranstaltung, selbst für den zwangsläufigen Preis, als politische und wirtschaftliche Macht in den Orkus zu rutschen. Lieber frei als Schrebergärtner im Orkus, als unfrei, durchleuchtet und überwacht als Global Player im 5-Sterne-Hotel.