Atheisten-Busse werben in Städten für den Unglauben: Instabiles Standbein der Weltanschauung: Können Christen davon lernen?

Zum Artikel „Atheisten in der Trotzphase“ (DT vom 6. Juni): Ein reichlich abgegriffenes Scheinargument der Atheisten gegen den Gottesglauben ist der Vorwurf der Infantilität an uns Christen. Ein hauptsächliches, aber sehr instabiles Standbein ihrer Weltanschauung ist die Evolutionstheorie, die sie scheinbar noch nie konsequent zu Ende gedacht haben. Man nimmt für die enorme Artenfülle in der Schöpfung immer noch die Zufallsentwicklung an und diese haltlose Theorie geistert seit hundert Jahren durch die einschlägige Literatur und die Schulbücher. Heute weiß doch jedes Schulkind Bescheid über Computerprogramme und deren begrenzte Anwendungsbereiche und dass für den Gebrauch ein kundiger Benutzer erforderlich ist, der allerdings durch einen falschen Mausklick das erstrebte Ergebnis zum Absturz bringen kann. Doch bei jedem Geschöpf sind mehrere parallel laufende Programme in Aktion, die die verschiedensten Lebensvorgänge zeitgereicht und präzise steuern. Diese Programme laufen selbsttätig ab und sind von Anfang an in der winzigen Eizelle gespeichert.

Der bekannte Zoologe Professor Adolf Portmann hat seinen Hörern einmal geraten, sich vorzustellen, ein paar Liter eines schleimigen Kunststoffes würden bei bestimmter Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu wachsen beginnen und ohne jede Hilfe von außen würde daraus ein Passagierflugzeug, das sich ohne Piloten in die Luft erhebt und am Flugverkehr teilnimmt. „Erscheint Ihnen das zu viel verlangt?“, fragte Portmann seine Zuhörer und stellte fest: „Das schleimige Kügelchen einer Eizelle leistet noch viel mehr, aber wir bezeichnen diesen fantastischen Vorgang mit dem einfachen Satz: Es entwickelt sich.“

Wenn man zum Beispiel denkt, wie bei einem Vogel Tausende von Federn aus Abermillionen von Hautzellen, jede an der richtigen Stelle, gebildet werden, sinnvoll auf sogenannte körperregionale Fluren und Raine verteilt und ihrer Funktion entsprechend in Schwung- und Steuerfedern, wärmendes Untergefieder und Deckfedern gegliedert, aus zunächst gleichförmig erscheinenden Blutkielen hervorsprießen, dann stellt das jede Computertechnik haushoch in den Schatten. Gleichzeitig laufen die Steuerprogramme für Wärme-, Wasser- und Hormonhaushalt, den jährlichen Gefiederwechsel und die dem Jahreslauf angepassten Verhaltensweisen und so weiter. Wer ist der Programmierer?

Auch in der Kosmologie hat die Zufallstheorie keinen Platz mehr. Im Kosmos Himmelsjahr 1995 ist zu lesen: „... Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass alle Eigenschaften und Vorgänge im Kosmos so fein aufeinander abgestimmt sind, dass es uns Menschen geben kann und zwar jetzt, weder viel früher noch viel später. Bereits im allerersten Augenblick des primordialen (=ursprünglichen) Feuerballs wurden die Weichen gestellt. Die Ereignisse liefen in einer ganz bestimmten Art und Weise ab, die unsere Existenz erst ermöglichten. Fast gewinnt man den Eindruck, als ob alles Geschehen im Weltall nur ablief, um unser Leben zu ermöglichen ...“

So muss man also den eingangs erwähnten Vorwurf der Infantilität an die Atheisten zurückgeben, denn diese klammern sich immer noch verzweifelt an ihre haltlose Zufallstheorie: „Ein erfülltes Leben braucht keinen Glauben“, heißt es bei ihrer Bus-Kampagne, aber sie glauben halt doch hartnäckig an „Zufall und Notwendigkeit“, wie es Monod formuliert hat. Und der leidenschaftliche Gottesleugner Richard Dawkins, der uns gläubigen Christen einen „Gedankenvirus aus der Bronzezeit“ unterstellt, macht in seinem Erklärungsnotstand das Maß der Infantilität voll. Sein Buch über den Darwinismus trägt den Titel: „Der blinde Uhrmacher!“

Ich finde die Kampagne mit den Atheisten-Bussen unerträglich. Sie zeigt doch vor allem eines: Bei den Atheisten hat sich etwas verändert. Früher hat man eben nicht an Gott geglaubt und damit Basta. Jetzt fängt man an, für den Unglauben zu missionieren. Das ist absurd, aber wahr. Der neue Atheismus ist missionarisch! Können am Ende wir Christen von den Atheisten noch was lernen?