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    Afrika und die Kondome: Zur Aufregung um die Äußerung von Papst Benedikt XVI.: Pflaster auf eine eiternde Wunde: Mit nachweislich gutem Erfolg: Hunger nach Gerechtigkeit: Wo man umfassend informiert wird: Wehe, wenn einer daran rüttelt

    Zum Thema „Kondomverbot“ und zum Leitartikel „Und davon redet niemand“ (DT vom 21. März): Und wieder einmal taucht es auf, eines der Lieblinsthemen aller Kirchen- und Papstkritiker: das Kondomverbot. Klar, das dieses Thema hochkommen würde, wenn der Papst nach Afrika reist. Dabei fällt zunächst auf, dass man in den weltlichen Medien dazu oft nur liest „Papst sagt, Kondome verschlimmern Aids- problem“. Völlig außer Acht gelassen wird dabei die Tatsache, dass diese (oft auch verzerrend und ungenau zitierte) Aussage des Heiligen Vaters Teil einer längeren Argumentation war. Diese komplette und im Übrigen absolut schlüssige Argumentation Benedikts XVI. wird jedoch von den Medien unterschlagen (der volle Wortlaut erschien am 21. März in der „Tagespost). Soll man das jetzt als schlechte Recherche oder Bosheit einordnen? Im Übrigen hat der Heilige Vater vollkommen recht. Kondome lösen das Aids-Problem in Afrika nicht, denn die Ursachen liegen wesentlich tiefer.

    Zum Thema „Kondomverbot“ und zum Leitartikel „Und davon redet niemand“ (DT vom 21. März): Und wieder einmal taucht es auf, eines der Lieblinsthemen aller Kirchen- und Papstkritiker: das Kondomverbot. Klar, das dieses Thema hochkommen würde, wenn der Papst nach Afrika reist. Dabei fällt zunächst auf, dass man in den weltlichen Medien dazu oft nur liest „Papst sagt, Kondome verschlimmern Aids- problem“. Völlig außer Acht gelassen wird dabei die Tatsache, dass diese (oft auch verzerrend und ungenau zitierte) Aussage des Heiligen Vaters Teil einer längeren Argumentation war. Diese komplette und im Übrigen absolut schlüssige Argumentation Benedikts XVI. wird jedoch von den Medien unterschlagen (der volle Wortlaut erschien am 21. März in der „Tagespost). Soll man das jetzt als schlechte Recherche oder Bosheit einordnen? Im Übrigen hat der Heilige Vater vollkommen recht. Kondome lösen das Aids-Problem in Afrika nicht, denn die Ursachen liegen wesentlich tiefer.

    Solange Frauen in Afrika aus Armutsgründen gezwungen sind, sich zu prostituieren oder geraubt und vergewaltigt werden, ist die Verteilung von Kondomen nicht nur ein oberflächlicher, sondern ein geradezu zynischer Ansatz. Das ist, als würde man ein Pflaster über eine eiternde Wunde kleben und diese dann darunter fröhlich weiter eitern lassen.

    Erneut wurde Papst Benedikt XVI. in Schlagzeilen kritisiert. Was er allerdings wirklich gesagt hat, das erfährt man nicht. – Und erneut kritisieren namhafte Politiker und Gesundheitsbehörden, was der Papst laut Schlagzeilen gesagt hat. Aber mit dem, was er wirklich gesagt und an konkreten Vorschlägen und Anregungen zur Aids-Bekämpfung vorgetragen hat, setzen sie sich nicht weiter auseinander und geben damit ein Armutszeugnis ab.

    Was Benedikt XVI. auf dem Flug von Rom nach Yaoundé gesagt hat, hat „Die Tagespost“ am 21. März im Wortlaut veröffentlicht. Die Statistiken geben Papst und Kirche Recht. Die Devise „Sei enthaltsam und treu” erwies sich bisher als einzig wirksamer Weg der AIDS-Bekämpfung. Die Daten sprechen eine klare Sprache: Mehr Kondome heißt nicht weniger HIV.

    So hat sich etwa in Botswana von 1993 bis 2001 der Absatz an Kondomen verdreifacht (3 Millionen Stück). Entgegen aller Erwartungen stieg etwa die HIV-Rate von Schwangeren von 27 auf 45 Prozent (im Gegensatz zu Europa sind in Afrika mehrheitlich Frauen von HIV betroffen); ähnliches wird auch von Kamerun berichtet.

    Dagegen konnte in Uganda durch eine konsequente Gesundheitspolitik nach dem Motto „common sense” statt „condom sense” mit Rückkehr zu traditionellen Familienwerten die Häufigkeit der HIV-Neuinfektionen um 70 Prozent reduziert werden; unter den Schwangeren sogar von 21,1 Prozent im Jahre 1991 auf 5,0 Prozent im Jahre 2001. Als ausschlaggebend für die günstigen Ergebnisse zeigten sich sexuelle Abstinenz bei den Unverheirateten, spätere Aufnahme sexueller Kontakte sowie daraus resultierende geringere Promiskuität. Auch in Kenia oder Zimbabwe wurde durch die Veränderung der Verhaltensweise mit Zunahme von Treue und Verringerung der Partnerzahl ein deutlicher Rückgang der HIV-Fälle verzeichnet. Entgegen der etablierten Meinung erwies sich in diesen Ländern der Kondomverbrauch bei der HIV-Prävention als nebensächlich. (Quelle: Imago Hominis, Quartalsschrift für Medizinische Anthropologie und Bioethik, Band 15, Heft 2, 2008, S. 96–98. ISSN 1021-9803)

    Fazit: Eine auf Kondomverteilung basierte Prävention hat sich als völlig unzureichend und kontraproduktiv erwiesen. Sie hat kläglich versagt. Der Ansatz der Kirche hingegen ist alles andere als „weltfremd“; er entspricht dem Menschen, ist nüchtern und realistisch.

    Es ist erfrischend, dass Werte wie Enthaltsamkeit, Warten bis zur Ehe, Keuschheit und Treue auch statistisch mit Abstand im Trend liegen und sich als wahr und richtig erweisen. Wer das nicht wahrnimmt, ist blind und unverantwortlich und muss sich fragen, ob er wirklich bereit ist, das eigentlich Wichtige und Entscheidende zu tun, um der Ausbreitung der tödlichen Immunschwäche AIDS entgegen zu treten. Die Kirche jedenfalls hat es bislang nachweislich mit sehr gutem Erfolg getan.

    Danke und „Vergelt's Gott“ für den Kommentar in der DT vom am 19. März 2009 von Markus Reder: „Afrika hungert nach Gerechtigkeit“ und nicht nach Kondomen. Mutig und klar!

    Immer häufiger habe ich den Eindruck, ohne „Tagespost“ über kirchliche Dinge überhaupt nicht mehr richtig informiert zu werden. Nur hier finde ich die Originaltexte und eine entsprechende Kommentierung. Das zeigt, wie unverzichtbar diese Zeitung ist und macht deutlich, wie ansonsten in der Medienwelt so gearbeitet wird.

    Die Stellungnahme des Papstes zum Thema Aids hat in der säkularen Öffentlichkeit Unverständnis hervorgerufen. Einige Politiker glaubten, ihre Empörung ausdrücken zu müssen, andere attestierten dem Papst Verantwortungslosigkeit. Er hatte lediglich gesagt, dass Kondome das Problem nicht lösen, sondern es im Gegenteil auf die Dauer verschärfen. Er plädierte für eine „Humanisierung der Sexualität“. Das genau ist der Punkt, über den manchen Zeitgenossen anscheinend nicht mehr mit sich reden lassen. Dieses Thema ist mit einem Tabu belegt. Dabei gibt es in Afrika bereits Erfahrungen mit Programmen gegen AIDS, die auf eine Veränderung der Verhaltensweisen abzielen und zur Enthaltsamkeit ermutigen und die erfolgreicher sind als Kondome. Das bekräftigt Matthew Hanley, seit sieben Jahren Fachberater für HIV/AIDS bei den „Catholic Relief Services“, der Caritas in den USA, und Autor des Buches „Avoiding Risk, Affirming Life: Sience, Love and AIDS“ („Risiko vermeiden, Leben bejahen: Wissenschaft, Liebe und AIDS“). In einem Interview, das er im März 2008 dem Nachrichtendienst ZENIT gab, weist er darauf hin, dass es die Veränderung des sexuellen Verhaltens war, welches vor allem die AIDS-Rate drückte. „Nehmen Sie den wohlbekannten Fall Uganda, wo die Verbreitungsrate von 15 Prozent im Jahr 1991 auf etwas über 5 Prozent im Jahr 2001 gesunken ist. Die Verhaltensänderung war in Uganda so einschneidend, dass Mitte der 1990-er Jahre 95 Prozent der Erwachsenen in diesem Land angaben, sie hätten nur einen oder überhaupt keinen Partner. Aber das gilt nicht nur für Uganda.

    Der wichtigste Faktor bei den Rückgängen von HIV, die in mehreren Ländern wie Kenia, Zimbabwe und Haiti beobachtet wurden, ist die Zunahme von Treue beziehungsweise die Verringerung der Partnerzahl. Das sollte nicht verwundern, wenn man bedenkt, dass in einem breiten Streifen des südlichen Afrika... die treibende Kraft für die Ausbreitung der AIDS-Epidemie die häufig wechselnden oder oft gleichzeitigen sexuellen Partnerschaften sind. Wo diese Form von Verhaltensänderung nicht stattgefunden hat, ist die HIV-Häufigkeit hoch geblieben. Das ist der Fall in Südafrika.“

    Hanley weist darauf hin, dass dieser Zusammenhang auch vielen Forschern aufgefallen ist. In einigen Ländern Afrikas südlich der Sahara sind trotz beträchtlicher Zunahme des Kondomgebrauchs die Übertragungsraten von HIV nicht gesunken. „So sind zum Beispiel die Umsätze von Kondomen in Botswana von einer Million im Jahr 1993 auf drei Millionen im Jahr 2001 gestiegen, während die HIV-Rate bei schwangeren Frauen, die in Städten leben, von 27 Prozent auf 45 Prozent anstieg. In Kamerun stiegen im selben Zeitraum die Umsätze bei Kondomen von sechs Millionen auf 15 Millionen und die HIV-Rate von drei auf neun Prozent.“ Eine von UNAIDS in Auftrag gegebene Studie kam zu dem Schluss: „Präventionskampagnen, die sich in erster Linie auf den Gebrauch von Kondomen verlassen, haben nirgendwo zur Abwendung einer allgemein verbreiteten Seuche geführt.“

    Man fragt sich: Warum kleben dann unsere öffentlichen Wortführer an dieser fixen Idee? Warum empfehlen sie mit Nachdruck eine Art von Vorbeugung, die erwiesenermaßen nicht den erwünschten Erfolg bringt? Hanley meint, das liege an den Denkmustern, von denen diese Leute geprägt sind. Sie hätten ein bestimmtes Bild vom Menschen, der die Freiheit haben müsse, seine Sexualität frei auszuleben. Daran dürfe nicht gerüttelt werden. Man ist versucht, hinzuzufügen: Koste es, was es wolle.

    Wenn die Dinge so liegen, trifft nicht den Papst der Vorwurf der Verantwortungslosigkeit, sondern jene Leute, die ihm eben diesen Vorwurf machen. Hanley zitiert ein Wort von G. K. Chesterton, der einmal gesagt hat: „Es gibt zwei Arten von Menschen: Solche, die ein Dogma haben und es auch wissen, und solche, die ein Dogma haben und es nicht wissen.“

    Christiane Märker, 13125 Berlin

    Dr. Volker Hildebrandt, Pfarrer, 50676 Köln

    Wilhelm Schmid, Pfarrer i. R., 86653 Monheim

    Konrad Gärtner, 81677 Münche