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    kontinente berührt die Leser

    Früher, vor gar nicht allzu langer Zeit, also in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als es noch kein Internet gab, auch noch nicht jede Familie einen Fernseher besaß, und Billigflieger ein Fremdwort waren – da stillten neugierige Heranwachsende, zumal aus christlichen Familien, auf andere Weise ihr Fernweh: Etwa durch Missionszeitschriften, die die Eltern abonniert hatten, und in denen bunte Bilder und spannende Reportagen das Alltagsgrau vergessen ließen, die Sehnsucht nach dem Fremden anheizten und den Gedanken in den jungen Leser oder die Leserin pflanzten, vielleicht selbst als Missionar einmal in Afrika, Lateinamerika zu wirken.

    Früher, vor gar nicht allzu langer Zeit, also in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als es noch kein Internet gab, auch noch nicht jede Familie einen Fernseher besaß, und Billigflieger ein Fremdwort waren – da stillten neugierige Heranwachsende, zumal aus christlichen Familien, auf andere Weise ihr Fernweh: Etwa durch Missionszeitschriften, die die Eltern abonniert hatten, und in denen bunte Bilder und spannende Reportagen das Alltagsgrau vergessen ließen, die Sehnsucht nach dem Fremden anheizten und den Gedanken in den jungen Leser oder die Leserin pflanzten, vielleicht selbst als Missionar einmal in Afrika, Lateinamerika zu wirken.

    Sicher, das mag sich kitschig anhören. Aber es war so, zumindest können das heute zwischen 40- und 50-Jährige nachempfinden. Nicht wenige von ihnen wurden für die Entwicklungsarbeit, für die sogenannte Dritte Welt und überhaupt sozialpolitisch zuerst interessiert über solche Missionsmagazine. Aber einige Jahrzehnte später ist das alles anders: Die praktizierenden christlichen Familien, die solche Magazine abonnierten, sind weniger geworden. Fernsehen und damit Internet bringen bunte Bilder aus aller Welt in Echtzeit auf deutsche Bildschirme. Und für soziale Fragen offene junge Menschen werden heute auch anders politisch sozialisiert.

    Erfolgreiche Fusion aus „missio aktuell“ und „kontinente“

    Ein Magazin hat alle diese Herausforderungen und Veränderungen angenommen: kontinente, das Magazin für eine missionarische Kirche, das seit 1966 besteht. kontinente erscheint heute nach eigenen Angaben mit einer Auflage von 310 000 Exemplaren in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg und der Schweiz sowie in einer niederländischen Ausgabe („missio wereldwijd“). Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil entschlossen sich damals zunächst 13 Ordensgemeinschaften zur Herausgabe einer gemeinsamen Zeitschrift. Ihr Ziel war es, den kirchlichen Blätterwald zu lichten und eine fachlich versierte Berichterstattung über Mission und anzubieten. kontinente wird mittlerweile herausgegeben von 25 international tätigen Orden sowie vom Internationalen Katholischen Missionswerk missio Aachen und von Missio Niederlande. Zuletzt war im Januar vergangenen Jahres die Deutsche Provinz der Schwestern vom Guten Hirten in diese Gruppe der Herausgeber aufgenommen worden.

    Die größte Bewährungsprobe hatte das Magazin in jüngster Zeit 2006 zu bestehen: Da schlossen sich nämlich die beiden Magazine „missio aktuell“ und „kontinente“ zusammen. Das fusionierte Magazin erscheint seitdem mit einem Mantelteil und einem Teil, den die jeweiligen Mitglieder des Herausgeberkreises gestalten. So finden die Missionsgemeinschaften in dem Magazin ihre eigenen Anliegen und ihr eigenes Profil wieder. kontinente zeigt auf diese Weise, wie andere Völker leben und glauben. Das Magazin will seine Leserinnen und Leser die „Faszination Weltkirche“ spüren lassen und Gegenpol zu Publikationen sein, die Entwicklungsländer nur mit Not, Hunger, Krieg und Katastrophen gleichsetzen. Die Leserin und den Leser erwarten Reportagen, Hintergrundberichte, bunte Geschichten und viele praktische Tipps. kontinente ist offen für andere Religionen und Kulturen. Das Magazin schlägt Brücken über Kontinente, So will kontinente dem eigenen Leitbild gerecht werden, in dem es unter anderem heißt: „kontinente steht im Dienst der Kirche als weltweiter Lerngemeinschaft, ist Medium eines Netzwerkes missionarischer Spiritualität und fördert das Verständnis unserer Kirche als universaler Solidargemeinschaft, die auch Mitverantwortung trägt für die Entwicklung der Einen Welt in Gerechtigkeit und Frieden.“

    Schlingensief, Fischer aus Kambodscha und Gentechnik

    Das Konzept der Missionszeitschrift geht auf. Das Magazin selbst, als auch einige international renommierte Fotografen, die mit kontinente zusammenarbeiten, sind für Reportagen in diesem führenden Missionsmagazin ausgezeichnet worden. Großformatige Bilder wechseln sich mit Reportagen, Nachrichten und Tipps ab, die Mischung ist gut gelungen. Im neuesten Heft erwartet die Leser, aufbereitet von der Chefredakteurin, vier weiteren Redakteurinnen und Redakteuren und einem Mitarbeiterstab, etwa eine Reportage aus Kambodscha unter dem Titel „Die Hoffnung der Fischer“ oder eine Reportage aus Sambia unter dem Titel „Kampf dem Bösen“. Gesellschaftspolitische Hintergründe werden zum Thema „Gentechnik: Segen oder Fluch?“ ausgeleuchtet – und auch von Christof Schlingensiefs Opernprojekt in Afrika erfährt der Leser.

    Wer will, kann sich wieder ganz genüsslich und altmodisch ohne Fernsehen, Radio, Internet in ferne Welten entführen und vom Leben dort berühren lassen. Und was altmodisch scheint, ist vielleicht bald wieder en vogue. DT/sei