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    PATER NORBERT LAUINGER SAC.

    Das Leben Jesu betrachten

    Pater Norbert Lauinger vom Apostolatshaus der Pallottiner in Hofstetten begleitet Exerzitien. Neben seinem theologischen Erststudium hat er an der Päpstlichen Universität „Gregoriana“ in Rom ein Studium „Ignatianische Spiritualität“ absolviert. Das Apostolatshaus in Hofstetten/Falkenstein liegt inmitten herrlicher Natur und bildet einen idealen Rahmen für Einkehrtage.

    Pater Norbert Lauinger vom Apostolatshaus der Pallottiner in Hofstetten begleitet Exerzitien. Neben seinem theologischen Erststudium hat er an der Päpstlichen Universität „Gregoriana“ in Rom ein Studium „Ignatianische Spiritualität“ absolviert. Das Apostolatshaus in Hofstetten/Falkenstein liegt inmitten herrlicher Natur und bildet einen idealen Rahmen für Einkehrtage.

    Pater Lauinger, Sie gehören den Pallottinern an. Diese Gemeinschaft, deren Name in Deutschland eher ungeläufig ist, wurde von dem heiligen Vinzenz Pallotti bewusst nicht als Orden gegründet. Was macht den Unterschied zu einer Ordensgemeinschaft aus?

    Innerhalb der von Pallotti gegründeten „Vereinigung des Katholischen Apostolates“ entstanden 1846 die Pallottiner und Pallottinerinnen als eine apostolische Gemeinschaft, eine Gemeinschaft apostolischen Lebens. Der Unterschied besteht nicht nur darin, dass wir zum Beispiel nicht das Stundengebet beten oder in einem Kloster leben, sondern wir sind sozusagen, als Geweihte wie auch als Laien, mehr nach außen hin tätig. Wir leisten außerordentliche Seelsorge, das meint die Bereiche, die unsere Pfarrer in der ordentlichen Seelsorge nicht mehr leisten und erreichen können. Unser Auftrag lautet also, Laien zu einem apostolischen Leben zu befähigen und gemeinsam mit ihnen in die Bereiche der außerordentlichen Seelsorge zu gehen, da, wo wir gebraucht werden, ob das Kranken- und Altenseelsorge, Jugendarbeit, Missionsarbeit oder Soldaten- und Polizeiseelsorge ist.

    Zu ihrem Spektrum gehört auch und vor allem das Angebot von Exerzitien.

    Wir bieten die klassischen Exerzitien nach den „Geistlichen Übungen“ des Ignatius von Loyola an.

    Die klassischen Exerzitien erstrecken sich über 30 Tage. Ist das für Menschen, die im Alltag stehen, durchführbar? Und wer meldet sich bei Ihnen für Exerzitien an?

    Die 30-tägigen Exerzitien mache ich persönlich tatsächlich nur noch für unsere Novizen. Die meisten Menschen, die sich anmelden, interessieren sich für einen Zeitraum von 8 bis 10 Tagen, man muss also nicht die vollen 30 Tage machen, wenn man sich für ignatianische Exerzitien interessiert. Die Anmeldungen für den verkürzten Zeitraum sind dabei ganz gemischt, das sind Katholiken aus allen Gesellschaftsschichten, die ihren Glauben vertiefen möchten.

    In der Beschreibung über die Exerzitien auf der Homepage der Pallottiner ist zu lesen: „Die Stille, also das ,beredte Schweigen‘, gehört als wesentlicher Bestandteil dazu und ist äußerlicher und innerlicher Ausdruck zu

    ,hören‘, was Gott spricht. Machen Sie hin und wieder die Erfahrung, dass Menschen besonders mit diesem Element der Exerzitien Schwierigkeiten haben?

    Bei manchen, die zum ersten Mal diese Erfahrung machen, ja, manche sind da etwas ängstlich, aber sie halten durch. Wer es öfter macht und bereits kennt, der freut sich darauf und ist vielmehr dankbar, zur Ruhe kommen zu dürfen, zu sich selbst kommen zu dürfen.

    Was ist das Wesentliche bei ignatianischen Exerzitien?

    Es geht immer um die Betrachtung des Leben Jesu. Das heißt, ich gebe am Morgen einen Impuls aus der Heiligen Schrift. Dieser Impuls wird einen ganzen Tag lang betrachtet. Durch Gebet, durch Bewegung – also eine halbe Stunde oder Stunde Spazierengehen. Am Nachmittag gibt es dann ein 20-minütiges Gespräch mit dem Begleiter über das, was dieser Impuls bewegt hat. Der Begleiter soll bei diesem Gespräch, wie Ignatius selbst schreibt, „in der Mitte stehend wie eine Waage unmittelbar den Schöpfer mit dem Geschöpf wirken lassen und das Geschöpf mit seinem Schöpfer und Herrn“. Schließlich folgt auch eine Weile der contemplatio.

    Das bedeutet, dass das Schriftwort nochmals betrachtet wird?

    Nein, die contemplatio meint etwas ganz Anderes. Während der contemplatio stellen wir alle geistigen Aktivitäten möglichst ein. Es geht auch nicht darum, auf irgendeine Art zu beten. Während der contemplatio wollen wir nur Hörende sein. Es ist wie mit dem Pfarrer von Ars, der einmal einen Bauern in seiner Kirche traf, der einfach nur da saß. Auf die Frage, was er da mache, antwortete der Bauer: „Ich schaue ihn an, und er schaut mich an. Das ist genug.“

    Wie kann man sich der Gemeinschaft der Pallottiner anschließen?

    Es gibt zwei Möglichkeiten: Durch einfache, freiwillige Mitarbeit. Oder als regelrechtes Mitglied, das vor seiner Aufnahme eine kurze Ausbildung zum Gottes-, Menschen- und Kirchenbild Pallottis durchläuft, sich auf unsere Statuten verpflichtet und zwar kein Gelübde, aber ein Versprechen ablegt.

    E-Mail: exerzitienhaus-hofstetten@pallottiner.org

    www.pallottiner.org